Afrika 2008/09

02.02.2008

Liebe Freunde,

hier unser erstes Lebenszeichen.

Die Abreise aus Abuja gelang und wir durchfuhren das JBN Life Camp Gate am Sonntag, 27.01.2008 um 9:30h mit Richtung Niamey, Niger.

Dies dauert nun ein Weilchen – denn wir wollen uns doch nicht mehr hetzen lassen.

Also rollen wir gemächlich mit unserem „Mucki“ durch Minna, weiter nach Tegina, bis kurz vor Kontagora um dort unser erstes Camp aufzuschlagen. Wir finden ein hübsches abgelegenes Plätzchen und richten uns häuslich ein. Die Stimmung ist heiter, obwohl uns der Wind tüchtig um die Ohren weht und es ganz schön frisch wird. In der ersten Nacht muss ein weiterer Schlafsack ausgepackt werden, denn wir schnattern schon beide. Früh morgens dann der Blick auf das Thermometer und nun ist auch klar warum; es zeigt um 7h früh 15°C an – brrrrrr. Viel zu kalt für Afrika!

Am nächsten Tag geht es weiter nach Bin Yauri und dann ab ins Gelände um zur Confluence N11 E3 zu fahren. Ja, ja das muss schon sein. Die folgende Nacht verbringen wir in der Nähe des Lake Kainji. Und auch dieses Mal schnattern wir vor Kälte.

Nun kommt endlich der große Tag und wir steuern die Grenze bei Kamba an. Wir sind gespannt ob es Probleme geben wird und natürlich gibt es die, denn wir haben es mit nigerianischen Beamten zu tun, die sind sehr freundlich aber auch sehr genau. Um es kurz zu machen, wir wurden bei Immigration aufgehalten, da unsere Reise im Aliensregister nicht ordnungsgemäß registriert sei - aber alles freundlich autoritär. Nachdem wir unsere Strafpredigt mehrfach anhören durften, bekamen wir dann endlich die ersehnten Stempel und weiter ging es zur Grenze nach Niger. Dort gab es keine Probleme, unsere Daten wurden afrikanisch langsam erfasst, wir erhielten Stempel und die notwendigen Dokumente und (wir können es noch gar nicht glauben) sind nach einer Stunde Grenzbehörden in Niger. Geschafft!!!

Wir fahren noch einige Kilometer in Richtung Dosso, um dann unser Camp im Busch aufzuschlagen. Vermeintlich abgelegen beginnen wir mit dem herrichten, um bald festzustellen an einer Hauptverkehrsader für Radfahrer und Fussgänger zu campen. In stetiger Abfolge schauen alle möglichen Leute bei uns vorbei um zu grüssen, zu sehen was wir alles so mithaben oder uns dann früh morgens frische Milch zu bringen. Auch das eine Erfahrung wert.

So, nun ging es weiter Richtung Dosso und dannach wieder ab ins Gelände, noch zur Confluence N13 E3.

Als nächstes wollen wir dann die letzten freilebenden Giraffen Westafrikas, bei Koure treffen. Wir erreichen die Parkverwaltung am späten Nachmittag und campen vor Ort um gleich am nächsten morgen mit einem Guide in den Park fahren zu können.

Um 9h war Abfahrt und wir hatten das Glück nach ca. 30km Fahrt einer Gruppe von etwa 35 Giraffen zu begegnen. Wir stiegen aus und wanderten mit den Giraffen für eine Weile, die uns freundlich und ruhig auf ihrer Tour mitnahmen.

Nach dieser schönen Erfahrung ging es für uns weiter nach Niamey. Dort werden wir für einige Tage verweilen und die Stadt und das Umland erkunden. Davon dann demnächst mehr.

Zu bemerken gibt es, dass es jeden Tag Harmattan und einen kräftigen Wind gab. Tagsüber kletterte das Thermometer bislang auf max. 28°C und wir hatten jede Nacht Temperaturen bis runter auf 15°C.

 

16.02.2008

Niger und Benin

In Niamey angekommen, buchen wir uns in der einfachen aber sehr freundlichen Auberge „Chez Tatayi“ ein, die sich im Zentrum der Stadt befindet. Prima – somit haben wir fuer die wichtigen Dinge im Leben keine zeitaufwendigen Wege - Gartenbar genau gegenueber, Bier mit Aussicht auf den Niger um die Ecke.

Wir erholen uns von unseren ersten Reisetagen und sortieren uns. Von Niamey aus unternehmen wir Ausfluege in die Umgebung und, ganz klar, natuerlich auch zu weiteren Confluencen. Nach ein paar Tagen Grossstadt, beginnt es bei uns beiden dann auch schon wieder zu kribbeln und wir brechen auf. Nun ist die Richtung Benin.

In Dosso, beim warten an einer Kreuzung, werden wir in deutsch gefragt, ob wir nach Nigeria fahren?? Wie bitte?? – nein, gerade erst entkommen, mein Lieber. Michael, ein Ruedesheimer Motorradfahrer auf seinem Weg nach Gabon, will einem Freund in Abuja besuchen (nein, niemand von der JBN). Da wir fuer einige Zeit die gleichen Weg haben, schliessen wir uns zusammen um uns am naechsten Tag zu verabschieden. Alles Gute Michael, wir melden uns wenn wir in deiner Gegend sind!

Der Grenzuebergang von Niger nach Benin ist total unspektakulaer und wir haben, nach ordnungsgemaessem Aussfuellen aller Dokumente, unsere Stempel nach 45 Minuten in unseren Paessen. Richtig gelesen - 45 Minuten ohne Gezeter, Handeln oder sonst irgendwas. Wir sind perplex - aber es soll noch besser kommen.

Wohin wir auch kommen, die Menschen sind unaufdringlich, freundlich, hilfsbereit und mit einer, fuer uns unglaublich, sanften Art. Eine Wohltat!

Wir rollen nun neuen Confluencen und dem Parc National de la Pendjari auf der Rue National 2 entgegen. Keine Loecher in der Strasse, keine Verkehrsrowdies unterwegs, keine Sperren und genau so wird es auf den meisten Hauptverkehrsstrassen durch Benin weitergehen.

Na ja, die beruehmten Ausnahmen muss es wohl geben. Zum Parc Pendjari verlassen wir die Hauptstrasse und finden uns auf entweder Waschbrett- oder Schuettelpisten wieder. Und das leider auch den ganzen Park hindurch. Sehr schade, denn der Park ist fuer Westafrika sehr gross, schoen und tierreich. Wir waeren gerne laenger geblieben, doch nach 2 Tagen haben wir genug der Schuettelei.

Bevor wir gen Sueden reisen unternehmen wir noch einen Ausflug zu den Sombas, die im Nordwesten und Togo ansaessig sind. Die Sombas jagen noch heute mit Pfeil und Bogen, haben bis vor kurzem keine Kleidung getragen und haben alle Religionsformen abgelehnt. Ihre Lehmhuetten, die Tata Sombas, werden wie Miniaturburgen gebaut. Zum Lunch geht es dann zu “Chez Pascaline” in Boukoumbé, einem empfohlenen Wildspezialitaeten-Restaurant. Wir haben Antilope, Stachelschwein mit geraechertem Kaese, vorzuegliche Sosse und Reis als Beilage und weil es so gut schmeckt, wird auch noch eine Portion Leguan bestellt. Passt hervorragend zum kuehlen Bier, dem Beninoise. Alles zum Preis von umgerechnet EUR 5,--.

Auf unserem Weg nach Cotonou stoppen wir noch in Abomey – dem Voodoo-Zentrum Westafrikas. Wir buchen uns in der friedlichen und grosszuegigen Auberge „Chez Monique“ ein und fuehlen uns auch sogleich wohl. Das Essen hier ist hervorragend. Wir unternehmen einen halbtägigen Ausflug zu verschiedenen Fetisch-Tempeln, einem Voodoo-Priester und dem Fetisch-Markt, also alles nur erdenkliche das einmal gelebt hat in nun getrockneter bzw. geschrumpfter Art (auf meine Frage, wo es die menschlichen Teile gibt, bekomme ich nach Zögern erklärt, dass die natuerlich nur hinter verschlossener Tuer angeboten werden. Was ich denn braeuchte ...).

Nun ja, alles in allem haben wir auch schon wieder die Nase voll von historischen Staetten in Westafrika (deren Wiederaufbau oder Erhalt meist noch aus europaeischen Mittel bezahlt wird). Fuer welchen Bloedsinn man hier und dort Eintrittsgeld, Kameragebühr, bzw. der Knueller ist die Touristensteuer, bezahlen soll. Aber zumindest koennen wir jetzt mitreden.

 

04.03.2008

Benin, Togo und Ghana

So, so – super Strassen und keine Verkehrsrowdies ....pfff. Dies gilt nur bis Abomeh und dann herrscht wieder der uebliche Wahnsinn, es ist als waeren wir kurzzeitig ausserhalb Afrikas unterwegs gewesen. Welcome back! Nun fahren wir noch kurz nach Quidah um von dort aus zum Erholungsgebiet Grand Popo weiterzureisen. Dort nehmen wir einen Campingstellplatz direkt am Strand bei der „Augerbe de Grand Popo“ und atmen durch. Wir nehmen ein paar Tage Auszeit. Dort lernen wir Claudio und Laura aus Italien kennen, die auf dem Weg nach Suedafrika sind. Informationen sowie Kartenmaterial werden ausgetauscht und am Abend bereitet uns Helmut ein Abendessen mit frischen Flusskrebsen und Prawns zu. Na einfach nur lecker!

Genug der Schlemmereien, es kommt der Harmattan heftig zurueck und uns haelt nun auch nichts mehr in Benin. Also Sachen eingepackt und weiter gehts nach Togo. Auch diesen Grenzuebergang von Hilla Condji nach Sanvee Condji erleben wir ohne Probleme und bald sind wir in Lomé.

Wer Helmut kennt, kann sich nun denken welchen Ort wir zu allererst ansteuern ... natuerlich das Restaurant „Alt Muenchen“, das seinem Namen alle Ehre macht. Wir schlagen uns ganz fuerchterlich unsere Baeuche voll und suchen im Anschluss Unterkunft bei „Chez Alice“ in Avoposo, einem Vorort von Lomé. Wir werden von der Schweizerin herzlich aufgenommen, doch haelt uns hier in der Hauptstadt nichts wirklich und wir machen uns dann auch schon wieder auf die Socken bzw. Flip-Flops; es gibt ja auch noch Confluencen die wir besuchen moechten. Diese Berichte findet ihr wie immer an anderer Stelle.

Wir sind ungefaehr bis zur Landesmitte von Togo unterwegs und meinen nun beide, es ist Zeit die Bergregion um Kpalimé (an der Grenze nach Ghana) und die Schmetterlinge zu sehen. Gesagt, getan und los gehts. Als Unterkunft entscheiden wir uns fuer die sehr rustikale „Auberge des Papillions“, dessen Besitzer Prosper als Butterfly-Man bekannt ist. Also die Region ist sehr schoen, ebenso die Strecke hoch zum Mount Klouto, aber von den vielbesagten Schmetterlingen sind leider nicht mehr viele uebrig oder sie haben sich uns nicht so zahlreich gezeigt. Wie auch immer, es war eher enttaeuschend. Und somit ist es dann auch genug von Togo, wir fahren weiter nach Ghana.

Wir passieren den Grenzuebergang in dieser Region und benoetigen zum ersten Mal fast drei Stunden mit den Behoerden, was wir aber recht gelassen hinnehmen. Oder ganz im Gegenteil, Helmut plappert die Beamten nach seiner franzoesisch-Zwangspause, regelrecht ohnmaechtig. Nachdem wir dann alle Unterschriften haben, geht es in Richtung Hohoe, zum Wli Wasserfall bzw. der „Wli Waterfall Lodge“ die wir ansteuern. Sabine und Bernhard, die Eigentuemer, kuemmern sich bestens um ihre Gaeste, auch hier ist ganz klar, fuer unser leibliches Wohl wird gesorgt. Sogleich lernen wir auch hier Leute kennen, die uns grosszuegig mit Informationen und Kartenmaterial versorgen. (Dank an Sylvia mit Familie.) Wir spazieren am naechsten Tag zum Wasserfall und seinen abertausenden Fledermaeusen und sind begeistert. Einfach eine schoene Natur zum wandern, hiken oder biken.

So, aber wir fahren weiter, zuerst noch etwas durch diese schoene bergige Landschaft, dann aber Richtung Lake Volta. Es zieht uns zum Wasser. Nach einigem herumfahren enden wir, gleich nach der Bruecke in Atimpokti aber noch vor Akosombo, im „Abadi Beach Resort“ und werden herzlich von Adi, dem Besitzer begruesst. Ein traumhaftes Plaetzchen direkt am See, an dem ich sitze und diesen Text schreibe.

Wir wissen noch nicht genau wo es als naechstes hingehen wird, Accra oder Kumasi? Bald wissen wir alle mehr.

 

29.03.08

Ghana

Seid gegrüsst aus dem phantastischen, quirligen Ouagadougou! Dazu aber später erst mehr, zuerst möchten wir euch noch von Ghana berichten.

Also bei Adi am Lake Volta, gefällt es uns so gut, dass wir auch hier ein paar Austage nehmen bevor es uns zur Küste weitertreibt. Auf dem Weg dorthin legen wir noch einen kurzen Zwischenstop in Accra ein, aber nach Grossstadt ist uns beiden nicht und somit geht es auch gleich weiter die Küstenstrasse entlang bis nach Busua. In dieser Region soll es noch besonders schöne Strände geben.

Wir machen Halt im „Alaska Beach Hotel“ uns richten uns häuslich ein, denn es gefällt uns recht gut dort und das Bier ist Alaska-kalt. (Nein, die Stimmung ist nicht unterkühlt und deshalb „Alaska“, sondern einer der Eigentümer stammt aus Alaska.) Die Bucht ist tatsächlich sehr schön und wir können ins Meer ohne sofort von der Strömung weggerissen zu werden und auch Müll ist kaum zu sehen. Ebenso ist die Gesellschaft prima und somit verbleiben wir einige Tage dort. Aber es gibt noch so vieles zu sehen ... Also Zelt abschlagen und auf zu neuen Ufern. Wir wollen zur „Green Turtle Lodge“ hinter Dixcove, von der wir mittlerweile viel gehört haben. Wir fahren aber noch einen kleinen Umweg, um uns das „Hideout“ in Butre anzusehen und für uns steht fest, falls wir nichts gescheites finden sollten, kommen wir hierher zurück. Wir sind beide begeistert – ein schönes Plätzchen.

Aber wir wollen doch zuerst noch weiterfahren. In Dixcove halten wir am Fort Metal Cross bzw. fahren bis zu dessen Pforte. Und nach der Hafenbesichtigung geht es weiter zu unserer nächsten Bleibe.

Unterwegs dorthin ist die „Safari Beach Lodge“ ausgeschildert, die wir in keinem unserer Reiseführer finden. Da es 2 km vor unserem Ziel ist, beschliessen wir den Laden zuerst einmal anzusehen. Wir sind von den Socken! Ein echter Traum! So etwas haben wir auf unserer Reise noch nicht gesehen. Wir sehen uns trotzdem noch die „Green Turtle Lodge“ an, aber es ist klar, wir wollen ins „Safari“. Glücklicherweise gibt es noch einen freien Bungalow, den wir uns sofort unter die Nägel reissen. Wir schalten beide mindestens drei Gänge zurück, sind am Gammeln und am Schlemmen und die Tage vergehen wie im Flug. Die Eigentümer der „Safari Beach Lodge“ sind amerikanische Overlander, die an dieser wunderschönen Stelle hängen blieben und die Lodge in knapp 2 Jahren aufgebaut haben. Dank James’ Leidenschaft zu gutem Wein und traumhaftem Essen (er, ist Sommelier, der noch seinen „Chef“ darauf gesetzt hat) hecheln wir von einem Überraschungsmenü zum nächsten und sind jedes Mal voll des Lobes. Aber es ist die gesamte Atmosphäre, der Strand, die Lodge, die Unterkünfte, die Duschen, das Personal, der Service, das Essen und Trinken, nichts lässt etwas zu wünschen übrig. Sogar die Preise sind mehr als angemessen. Ihr seht, wir kommen gar nicht aus dem schwärmen heraus. Aber wie es nun so ist im Leben, hat alles einmal ein Ende und es gibt für uns nach 4 Tagen einen schweren Abschied. Wir sind mit ehemaligen Kollegen aus Abuja in Biriwa verabredet und darauf freuen wir uns auch schon.

Auf unserem Rückweg in den Raum Cape Coast, schauen wir aber noch in Princesstown mit seiner ursprünglich benannten Fort „Gross Friedrichsburg“ vorbei. Das Städtchen ist ein Fischerdorf und das Fort, das einen wunderschönen erhöhten Standort hat, hat hoffentlich mal bessere Tage gesehen. Auch hier will man uns gleich wieder Abzocken mit irgendwelchen haarsträubenden Gebühren, dass wir in kürzester Zeit keine Lust mehr zum Verweilen haben. Wir wollen nun endlich mal wieder Neuigkeiten aus Nigeria hören.

Um beim roten Faden, der Unterkunftsbeschreibung durch Ghana, zu bleiben – die nächsten Tage verbringen wir im „Anomabu Beach Resort“, das wir auch empfehlen können, besonders wenn es nicht ganz so abgelegen sein soll. Strand und Meer sind auch hier sehr schön.

Natürlich vergeht auch mit Freunden die Zeit viel zu schnell und schon ist wieder Abschied nehmen angesagt. Die Kollegen reisen zurück nach Abuja und wir fahren ins Landesinnere Richtung Kumasi, zum Kratersee Lake Bosumtwe. Dort suchen wir eine Lodge von einer Österreicherin und werden im „Lake Point Guesthouse“ fündig. Die Begrüssung ist herzlich und das Bier kalt. Nana und Stephen haben ebenfalls eine wunderschöne Lodge aufgebaut und betreiben diese mit Herz und Seele. Der Badestrand am See (See wurde laut Nana 3x Billharziose-frei getestet) lädt zum Verweilen und Abschalten ein. Die Bungalows sind gross und luftig. Das Essen ist super lecker. Auch hier nur Lob.

Uns bleiben nur noch ein paar Tage in Ghana – die Visa laufen ab. Auf dem Weg Richtung Norden fahren wir noch im Mole National Park vorbei. Hotel und Restaurant sind auf einem Plateau gelegen und man sieht auf ein Wasserloch hinunter. Da es noch nicht all zu oft geregnet hat - einfach bequem hinsetzten, Feldstecher bereithalten, irgendwelche Viecher kommen schon vorbei. Derweil wir unser Camp aufbauen, kühlen sich einige Waldelefanten im Wasserloch ab. Aber soweit brauchen wir gar nicht zu schauen; eine zahlreiche Gruppe von Pavianen hält unsere Campnachbaren mit Nahrungsmittelklau auf Trab und auch wir müssen tüchtig vertreiben. Helmut ist sogleich mit Steinschleuder und Munition bewaffnet und lehrt die Langfinger das Fürchten. Als nächstes stapft eine Warzenschweinfamilie vorbei und am nächsten Morgen steht ein Waldelefant einige Meter vom Camp entfernt und zupft ganz vorsichtig Blätter vom Baum. Natürlich würden wir es hier noch aushalten, doch wir schlagen das Zelt ab und weiter geht es.

Wir sind nun fast an der Grenze und machen noch einen Abstecher nach Tongo, zu den Whispering Rocks. Auf dem Weg dorthin wundern wir uns über 2 Männer die mit 2 grellbunten überkreuz geschlagenen Häkelschals, Boxershorts und Schnürstiefeln angezogen sind. Je weiter des Weges, sehen wir immer mehr von der Sorte und wundern uns schon gewaltig. Doch dann kommen noch Frauen in Frotteehandtücher eingewickelt dazu! Bald wird klar, dass wir zu einem hiesigen Fest kommen. Hunderte von Menschen in Häkelschals und Frotteehandtüchern feiern das Ernte Dank Fest, „Gollo Festival“ genannt. Die Männer legen sich Metallschellen um ein Fussgelenk und tanzen und singen in Gruppen und wechseln sich vor dem Umkippen ab. Das Ganze soll drei Tage andauern. Nach 2 Stunden verabschieden wir uns, denn wir wollen heute noch über die Grenze.

Der Grenzübergang nach Burkina Faso geht ruck-zuck und schon sind wir auf dem Weg nach Ouagadougou (ist einfach ein tolles Wort).

Mittlerweile ist es ordentlich heiss und Helmut klagt über die Hitze und fühlt sich Unwohl. Oh je und das ist doch erst der Anfang der trockenen Hitze. Doch in Ouaga wird dann klar, dass er sich wohl eine Malaria eingefangen hat, die nun zuerst kuriert werden muss. Die erste Nacht bleiben wir in einem Hotel, ziehen aber am nächsten Morgen in eine katholische Missionsstelle. Hier sind wir die kommenden Tage bestens versorgt und Helmut kann sich erholen. Das Schlimmste hat er jedenfalls schon hinter sich. Und ich mache derweil das Städtchen mit dem Fahrrad unsicher. Demnächst dann mehr aus Burkina Faso.

Noch eine Anmerkung. Im Kakum National Park gibt es eine grosse Ausstellung bezüglich der Abholzung des Regenwaldes und der Folgen. Leider ist der überwiegende Teil Ghanas den wir befahren haben, abgeholzt und als Felder bzw. Plantagen genutzt. Die Erosion ist deutlich erkennbar.

 

12.05.2008

Burkina Faso und Mali

Helmuts Malaria ist auskuriert, Mali-Visa sind in unseren Pässen, also kann es weiter gehen. Wir verlassen Ougagdougou in Richtung Bobo Dioulasso. Bobo ist eine verschlafene, gemütliche Stadt, die einen ganz besonderen Charme durch die vielen baumgesäumten Straßen hat, aber auch dort verweilen wir nicht lange. Wir sind rastlos - es zieht uns beide nach Mali - darauf freuen wir uns schon lange.

Wir erkunden aber auf alle Fälle noch den Landstreifen zwischen Banfora und der Grenze zu Mali, denn unsere Karte zeigt dort einige Sternchen, sprich Sehenswürdigkeiten, an. Wir fahren zum Lac Tengréla. Dort angekommen werden wir sogleich in eine Pirogue verfrachtet und zu den Hippos des Sees auf Tuchfühlung gebracht. Ist schon ein mulmiges Gefühl... aber die Tiere nehmen uns gelassen zur Kenntnis und sind von uns so gar nicht beeindruckt. Nach diesem Erlebnis fahren wir über eine hervorragende Pisten-Allee, durch eine wunderschöne Landschaft, zu den Sindou Peaks - eine phantastisch geformte Felslandschaft. Danach geht es dann aber ab über die Grenze nach Mali.

Natürlich nicht zu vergessen, dazwischen fahren wir immer noch die ein oder andere Confluence an, also auch dort vorbeischauen und die Berichte lesen.

Unsere Route führt uns nun über Sikasso, Koutiala und San nach Sévaré. In Sévaré schauen wir in der Pension „Mankanté“ bei Jutta vorbei und begegnen dort Renate und Walter. Es stellt sich schnell heraus, daß wir für Mali ähnliche Reisepläne haben und nach einigen (oder waren es etliche?) gut gekühlten Bieren war klar - wir werden als erstes das Dogonland gemeinsam unsicher machen. Das für Renate und Walter benötigte 4x4-Fahrzeug plus Fahrer ist Dank Juttas Hilfe schnell organisiert, doch bevor es losgeht besuchen wir noch gemeinsam Mopti, die Hafenstadt am Niger. Eine Stadt voller Fremdenführer, Verkäufer und Bettler aber noch wesentlich mehr Müll. Nach einem Spießrutenlauf durch den Markt am Hafen, dauert es dann auch nicht sehr lange und wir sitzen beim bekannt kühlen Bierchen und lassen Mopti Mopti sein.

Dann startet unsere Tour ins Dogonland. Die Route führt uns über Bandiagara nach Dourou bis Tireli. In Tireli halten wir zu einem späten Mittagessen inklusive anschliessendem Nickerchen an. Wir sind alle berauscht von den ersten Eindrücken der Tour (und auch etwas vom Bier) und beziehen dort dann auch unsere erste Dachterasse zum Übernachten unter dem Sternenhimmel.

Am nächsten Morgen geht es weiter nach Kundu über Amani, Ireli und Banani. Auch dieser Tag ist voller vieler Eindrücke, einigen Bieren, Mittagessen mit anschliessendem mattenhorchen und Nachtlager auf einer Dachterrasse unter dem Sternenhimmel.

Am dritten Tag geht die Fahrt morgens zuerst einmal zurück nach Banani - die Falaise hoch nach Bongo. Wir nehmen uns dort einen Führer und wandern wieder hinab, zurück nach Banani, wo uns ein erholter Fahrer erwartet. Unser Tag endet in Yendouma mit dem bekannten Programm.

Auch Tag vier beginnt mit einer Wanderung. Wir werden mit dem Auto nach Yougana gebracht und wandern mit einem Führer den Berg hoch zum Dorf Yougapiri und dann weiter bis zum Bergkamm. Nun geht es 3km eben über ein Plateau um dann zum Dorf Yougadogoru abzusteigen, wo uns erneut ein erholter Fahrer erwartet. Die Tour ist anstrengend aber phantastisch, wir sind alle begeistert. (Kurz bemerkt: die dort ansässigen Menschen tragen alles benötigte, u.a. auch Wasser, auf dem Kopf nach oben!) Wir fahren heute noch bis Douentza, doch bevor wir unser Abendprogramm starten, besuchen wir gemeinsam noch die Confluence N15 W3.

Am fünften Tag geht es in Richtung Gao um uns noch die Felsen von Hombori anzusehen, doch die Sichtverhältnisse sind durch Harmattan so schlecht, dass wir nach ungefähr 100km wenden und nach Sévaré zurückfahren. Dort angekommen richten wir uns wieder bei Jutta im „Mankante“ ein. Zum Abschluss dieser erfolgreichen Tour gibt es zuerst mal einige kühle Bierchen...

Die Reise geht weiter und „gut daß wir in der Gruppe darüber gesprochen haben“, trennen sich unsere Wege noch nicht. Wir werden noch einige Kilometer gemeinsam mit Renate und Walter zurücklegen. Unser nächstes Ziel ist die Stadt Djenné die UNESCO Weltkulturerbe ist. Djenné liegt auf einer Insel im Bani Fluß und seine große Moschee ist das größte Lehmbauwerk der Welt. Nun denn auf gehts! Dort angekommen, suchen wir uns, nach bekannter Manier, zuerst einmal ein Plätzchen mit kühlem Bier und schöner Dachterrasse – Grundbedürfnisse sind gesichert. Beim Besuch der Stadt wird uns ganz anders. Die Moschee sieht tatsächlich so überwältigend aus wie auf bekannten Photos. Man sieht darauf jedoch nicht den Müll in dem die Stadt versinkt und kann nicht die Kloaken riechen die vielerorts durchziehen. Auch hier wieder ein Spießrutenlauf durch ärmelzupfende Führer, Verkäufer und Bettler – einfach nur ätzend! Wir besuchen noch den bekannten Montagsmarkt und dann reicht es uns auch. Wir verlassen Djenné mehr oder weniger entsetzt.

Nun müssen wir in die Hauptstadt Bamako um unsere Visa für Guinea zu besorgen. Auf dem Weg dorthin, stoppen wir in Segou, einer weiteren Hafenstadt am Niger. Renate und Walter kennen dort das „Hotel Djoliba“, also buchen wir uns ein und fühlen uns sogleich heimisch – für Leib und Seele ist bestens gesorgt. Ebenso ergeht es uns im „Campement Kangaba“ das wir dann vor Bamako aufsuchen. In Bamako wechseln wir Geld und bekommen unsere Guinea-Visa inklusive dem Laisser Passez sofort ausgestellt. Super!

Heute besuchen wir mit Renate und Walter die letzte gemeinsame Confluence und verabschieden uns dann voneinander. Es war eine schöne Zeit - machts gut – bis die Tage.

Die Strecke zwischen Bamako und Kourémalé ist landschaftlich noch einmal sehr schön, doch reißt die nichts mehr raus. Wir haben keine Lust mehr auf Mali. Kein „donne-moi“, „cinq cents“ und „cadeaux“ mehr!

Und dann ist es soweit – wir reisen nach Guinea ein...

 

19.05.2008

Guinea und Casamance im südlichen Sénégal

Und dann ist es soweit – wir reisen nach Guinea ein und rollen auf einer sehr guten Teerstraße dahin. Die tolle Teerstraße endet allerdings bei Kankan und der Albtraum schlechter Pisten und Schlaglochstraßen beginnt. Wir fahren zuerst die Strecke Siguiri, Kankan, Beyla, Nzérékoré bis Bossou, die großteils landschaftlich sehr schön ist und das satte Grün überall ist eine Wohltat für die Augen. Wir fahren immer wieder durch Wälder und phantastische Regenwälder, die allerdings massiv abgeholzt werden. Die Menschen unterwegs sind wahnsinnig freundlich und Betteln ist unbekannt – eine weitere Wohltat für uns.

Gleich nach der Stadt Siguiri kommen wir an einigen kleinen Tümpeln vorbei, an denen sich jede Menge Menschen zu einem Fischfangwettbewerb vorbereiten. Keine Frage, das sehen wir uns an. Fast jeder ist entweder mit einem Fangkorb oder einem Netz bewaffnet am Rand der Tümpel startbereit und um Punkt 12 Uhr fällt dann der Startschuß. Alle stürzen sich schreiend und lachend in die lehmige Brühe und versuchen etwas zu fangen. Keine Ahnung ob welche erfolgreich waren, aber auf alle Fälle hatten alle ihren Spaß.

Nun zu Bossou. Bossou grenzt an die Nimba Bergregion (die UNESCO Weltkulturerbe ist) und liegt im Länderdreieck von Guinea, Elfenbeinküste und Liberia. Dort befindet sich eine Schimpanzen-Beobachtungs-Station die wir aufsuchen. Bossou ist von vier Hügeln mit Regenwald umgeben, in denen Schimpansen sehr nahe am bzw. mit Menschen leben. Hin und wieder bedienen sich die Schimpansen an den Feldfrüchten ohne ver- oder gejagd zu werden, da die Einheimischen an eine Art Reinkarnation im Schimpansen glauben.

Wir erhalten die Erlaubnis unser Camp auf dem Gelände der Station zu errichten und hören auch gleich früh morgens die Schimpansen ganz in der Nähe. Mit zwei Führern machen wir uns dann auf den Weg auf einen der Hügel, was ein recht beschwerliches Unterfangen ist, aber belohnt wird. Nach ca. 30 Minuten kraxeln hören wir die Schimpansen und dann sitzt auch schon das erste Männchen vor uns in einer Lianenschlinge und schaut uns ganz entspannt entgegen. Mensch, sind die groß! Vor allem ohne Zaun dazwischen. Wir sind bestimmt 45 Minuten immer irgendwo in der Gruppe. Entweder schreien und toben die beiden Männchen in Baumkronen direkt über uns (da stockt einem der Atem), andere laufen an uns zum greifen nahe vorbei, oder sie räkeln sich genüßlich keine 2m vor der Kamera (leider wurden die Photos nichts, da kein Blitzlicht verwendet werden darf). Ein unbeschreiblich tolles Erlebnis! Allein dafür hat sich die Fahrt gelohnt.

Wir machen uns weiter auf den Weg gen Norden, zum Hochplateau Fouta Djalon, das von allen angepriesen wird. Auch hier wieder zum Großteil fürchterlich schlechte Straßen – eine Qual für Mensch und Material. Aber wir werden belohnt, Fouta Djalon ist tatsächlich eine wunderschöne Bergregion mit einigen Wasserfällen und bei Dalaba befinden wir uns dann auf 1.300 Höhenmetern. Das heißt für mich abends – Fleece-Pullover anziehen. Wir besuchen Wasserfälle und Confluencen, Fichtenwälder mit Wiesen und den dazugehörigen Kühen - wir glauben schon fast wir sind in Europa (aber die Biergärten fehlen). Nun ziehen wir leider täglich seit Bossou Regenwolken mit uns und sind bald die feuchte Kälte leid. Wir beschließen, vorerst genug Berge, wir möchten mal wieder das Meer sehen und somit machen wir uns auf den Weg in die Casamance im Sénégal. Der Weg ist streckenweise wieder sehr beschwerlich aber wir haben ein neues Ziel und freuen uns darauf.

Wieder einmal erleben wir einen unkomplizierten Grenzübergang und der Sénégal begrüßt uns sehr freundlich - Stempel und Passavant für das Auto in Null-Komma-Nix. Der Zollbeamte erklärt uns, das Passavant ist zuerst 8 Tage gültig und muss im 14-tägigen Rhythmus vom Zoll verlängert werden, was aber problem- und kostenlos ist. Nun denn.

Unsere Strecke führt uns über Confluencen und Kolda nach Ziguinchor, der Stadt am Fluß Casamance. Hier gibt es außer dem schönen Flußblick eine Hotellobby mit Internetzugang, einen Supermarkt um Vorräte aufzustocken und das nächste Zollamt zur Passavant-Verlängerung, denn wir wollen nun ans Meer. Unsere bisherige Reise verlief problemlos ...

Ich mache mich eines schönen Morgens auf den Weg zum Zollamt. Entweder war es der falsche Tag, die falsche Uhrzeit oder einfach nur ein A******ch. Ich präsentiere dem Herren die Dokumente und erbitte mit meinem best-gestottertsten-französich um Verlängerung. Der Herr redet mit mir, aber in keiner mir verständlichen Sprache, und macht mir dann mit Handbewegungen klar, dass wir nach Ablauf der zuerst erteilten 8 Tagen das Land zu verlassen haben! Keine Verlängerung!! Lange Rede, kurzer Sinn - letztendlich hat er sich zu 14 Tagen Verlängerung herabgelassen, jedoch mit einem Vermerk auf dem Passavant, daß eine weitere Verlängerung nicht möglich sei. Na, vielen Dank. Irgendwie hat uns diese Aktion die Casamance etwas versauert – nun gut, sei es drum.

Wir fahren nach Cap Skirring und verbringen dort ein paar entspannte Tage im Campement „Le Paradise“ direkt am Meer, aber dann treibt es uns weiter in nördlicher Richtung, nach Kafountine.

Dort begegnen wir Jean Lou mit Papa und Baldo, die wir von Cap Skirring kennen und Willem dem Eigentümer vom Hotel „Le Karone“. Nach einem umfangreichen gemeinsamen Mittagessen, buchen wir uns dann bei Willem ein. Abends gehts zu Buba, zur Trommel- und Tanzveranstaltung. Soviel Halligalli sind wir gar nicht mehr gewöhnt ... Tags drauf erhalten wir die Möglichkeit, mit zwei weiteren Leuten ein Boot zu mieten und fahren zum Fischen durch die dortigen Mangrovenwälder. Der Fang ist nicht sonderlich üppig (2 Fische bei 4 Angeln), dafür haben wir eine richtig tolle Landschaft zu bestaunen. Schade daß wir so hetzten müssen, da wären wir gerne noch einmal rausgefahren, aber wir wollen noch im nah gelegenen Abéné vorbeischauen.

Dort angekommen, landen wir zufällig im „Bistro Abéné Café“ und werden sogleich von Aki der Inhaberin und Betty und Gabi, 2 Gästen, in deutsch begrüßt. Na klar, setzen wir uns dazu und verquatschen die Zeit. Nachmittags machen wir uns auf Campingplatzsuche und landen im „Sunjata“ bei Franziska und Cherif, die uns sofort herzlich willkommen heißen – hier fühlen wir uns wohl. Der kommende Tag ist auch von Unterhaltungen und gutem Essen geprägt, aber die Abreise lässt sich nun nicht mehr verschieben – wir verlassen auf unbestimmte Zeit Sénégal und machen uns auf nach Gambia.

 

30.06.2008

Gambia und Sénégal

oder, Zuhause bei Freunden.

Der Grenzübergang nach Gambia geht freundlich und zügig, die nötigen Dokumente werden vor Ort ausgestellt, ohne die von anderen Fahrern so oft erwähnten „zusätzlichen“ Kosten. Die ersten Kilometer von der Grenze zur Hauptstraße sind die Hölle, aber danach –im Küstenbereich- nur beste Straßenverhältnisse.

So rollen wir dahin und staunen - Gambia bemüht sich um seine Touristen. Einkaufen, Essen- und Bummeln gehen – alles kein Problem. So haben wir das bislang noch nicht erlebt. Und endlich kann Helmut nun mal wieder in Englisch kommunizieren.

Wir fahren weiter bis Serrekunda und buchen uns bei Joe und Claudia im „Sukuta Camping“ ein; dem Treffpunkt der Overlander. Wir haben vor, das Auto hier zu parken und den Gambia-River mit dem Boot zu befahren, doch da wird uns leider ein Strich durch die Rechnung gemacht. Es ist zur Zeit Nebensaison und die meisten Boote sind an einer anderen Einsatzstelle oder fest vertäut und die kleinen Pirogen sind für eine solche Fahrt viel zu teuer.

Nun dann, Pech gehabt – dieses Mal - und somit verbringen wir einige Tage im „Sukuta Camping“. Wir schlemmen was das Zeug hält, es gibt eine riesige Auswahl – die internationale Community ist recht groß hier bzw. an jeder Ecke gibt es frischen Salat, Gemüse und Obst, plus fangfrischen Fisch, Crevetten und Austern, die wir wunderbar in der vorhandenen Camper-Küche zubereiten können. Rasso und Lena sind von Helmuts Crevetten-Pfanne begeistert.

Hey, und dann ist noch unser Ghana-„Alaska“-Freund Stuart zur Zeit hier. Es gibt jede Menge zu Lachen, wir feiern unser Wiedersehn und bald auch schon wieder Abschied, denn nach 10 Tagen Fettzellen-Auffüll-Kur verabschieden wir uns von Gambia. Es war eine gehaltvolle Zeit.

So machen wir uns auf den Weg und sind auch schon wieder im Sénégal; mit einem neuen Passavant für 10 Tage. Wir haben keine festen Pläne – ein bisschen die Küste erkunden, ein paar Confluencen anfahren und Walter, unseren Mali-Freund, besuchen, bevor es weiter nach Dakar geht.

Aber eins nach dem anderen. Wir rollen also gerade gemütlich über gute sénégalesische Straßen und ich sehe auf der Karte, daß Toubakouta hier ganz in der Nähe ist. Leben dort nicht Jean-Lou und Baldo, unsere Casamance-Freunde? Die Visitenkarte mit Telefonnummer ist sogleich zur Hand und es läutet auch schon am anderen Ende... Jean-Lou ist begeistert und wir treffen uns eine halbe Stunde später auf einen Drink. Natürlich lernen wir wieder jede Menge neue Leute kennen und kommen nicht gleich weiter. Wir bleiben bei Thierry in der „Brasserie de Toubakouta“. Am nächsten Tag fahren wir mit Thierry’s Boot raus in die Mangoven zum Fischen und haben einen schönen Tag und einen guten Fang. Bevor unsere Reise weitergeht, gibt uns Jean-Lou die Adresse seiner Familie in Lyon, wo wir unbedingt vorbei fahren sollen, da uns sein Papa so gerne wieder sehen will ...

So, nun aber nix wie weiter zu Walter nach Ndangane. Wiedersehen macht Freude! Und wir richten uns auch sogleich häuslich ein, denn es ist klar, hier bleiben wir schon ein paar Tage. Es wird viel erzählt, viel gekocht, viel gegammelt, wenig unternommen, aber alles im richtigen Mischungsverhältnis. Walter - schee woars! – danke.

Jetzt müssen wir aber weiter nach Dakar, denn da werden wir auch schon von der Familie Hebras erwartet. Man kennt sich durch das Motorradfahren vor etlichen Jahren aus Nigeria und das Hallo ist groß. Auch hier wird uns der Hausschlüssel in die Hand gedrückt, mit dem herzlichen Kommentar „fühlt euch wie Zuhause“ und ihr wisst ja bereits, damit haben wir keine Probleme.

Wir sind gerade rechtzeitig eingetroffen, denn am nächsten Tag findet das letzte Motocross-Rennen der Saison statt. Emmanuelle ist eine von zwei Präsidenten des Clubs und Sohn Robin sowie Tochter Fleur werden fahren, Papa Thierry macht Service. Früh morgens geht es vor die Tore der Stadt, auf ein Crossgelände und dann geht es ratz fatz und wir fühlen uns beide als seien wir bei der Ralley Paris-Dakar gelandet. Ein Auto nach dem nächsten beladen mit Crossbikes kommen an, Schattenzelte werden aufgestellt, ein riesen Servicetruck (Udo der wäre was für dich!) baut auf und lädt zum freien Frühstück, Bahn wird abgesteckt, Schiedsrichter positioniert blablabla... wie man das aus dem Fernsehen kennt – und mittendrin sind wir! Wir werden auch wieder jeder Menge Leute vorgestellt und so mancher hat tatsächlich schon an der legendären Ralley teilgenommen. Die Rennen sind schnell, die Sprünge spektakulär. Der Tag vergeht viel zu schnell – wir sind beeindruckt und freuen uns, dabei sein zu dürfen. Ein tolles Erlebnis!

Die nächsten Tage zeigt uns Emmanuelle einiges von Dakar und wir nehmen Alain’s Angebot an, unseren Mucki in seiner Werkstatt zu servicen. Alain ist der Besitzer des riesen Servicetrucks und fuhr schon bei der Paris-Dakar mit. Beim Anblick der Werkstatt fällt Helmut die Kinnlade runter; ein Riesending, es wuselt nur so von Autos und Leuten. Sofort wird Mucki auf die Bühne gefahren und die Arbeiten beginnen. Es gibt keine Beanstandungen – alles tip top in Schuß. Vielen Dank!

Übrigens, Dakar ist eine schöne Großstadt; an manchen Stellen fühlt man sich wie in Paris. Auch hier bekommt man alles was man sich vorstellen kann, im Supermarkt fällt mir dann die Kinnlade runter – nur gut daß wir so wenig Platz im Auto haben ...

Und bevor wir nun wirklich aus allen Nähten platzen flüchten wir weiter in Richtung St. Louis. Aber nicht ohne vorher noch am Lac Rose, des Ziels jeder Ralley Paris-Dakar, vorbeigefahren zu sein.

Irgendwann schlagen wir dann bei Ursula und Martin, in der „Zebrabar“ auf und buchen uns für die letzten Tage Sénégal ein. Ein wunderschönes Fleckchen, mitten in einem Naturschutzgebiet, umgeben von Lagune und Meer. Wir sehen uns noch St. Louis an, das irgendwann einmal eine tolle Stadt gewesen sein muss, heute aber verfällt und im Müll erstickt.

Wir kehren nun Westafrika den Rücken und sind auf Nordafrika gespannt.

 

01.07.2008

Mauretanien

Es gibt zwei recht nah beieinander liegende Grenzübergänge zwischen Sénégal und Mauretanien - der eine bei Rosso der andere bei Diama.

Wer auch immer bei Rosso über die Grenze ging, ist am fluchen und verfluchen. Man muss mit einer Fähre über den Sénégal-Fluß - eine ewige Warterei und riesige Abzocke. Desweiteren ist dies die Hauptverkehrsroute.

Die Grenze bei Diama war bis vor einiger Zeit recht schwer zu befahren, da es auf einem Damm durch ein großes Sumpfgebiet geht oder auf unbeschilderter Piste Richtung Rosso, um auf die Teerstraße Richtung Nouakchott zu gelangen. Ebenso musste man von Mauretanien kommend, den Abzweig nach Diama in Rosso erfragen, da der nicht ausgeschildert und nur Piste ist. (Diese Routenaufzeichnung gibt es mittlerweile vielfach im Internet.) Diese Unwegsamkeiten haben Diama ruhig bleiben lassen.

Klar, daß wir nach Diama fahren, oder?

Ach ja und dann hört und liest man noch, daß die Polizisten in St. Louis Abzocker sind. Fahrzeuge kontrollieren bzw. Fahrer schikanieren; 2 Warndreiecke, Feuerlöscher, Leuchtwesten usw. sehen wollen, um bei Nichtvorhandensein gepfefferte Strafen kassieren zu können.

Also dann, mit all diesen Informationen machen wir uns gleich morgens um 6.30 Uhr auf den Weg (hey, das ist für uns mittlerweile mitten in der Nacht!), da die Polizei nicht vor 8 Uhr arbeiten soll. Pfff, weit gefehlt – bevor wir die Stadt erreichen, gibt es schon die erste Straßenkontrolle, die uns aber müde durchwinkt. Gut soweit. In der Stadt halten wir freiwillig bei einem Uniformierten um nach dem richtigen Weg zu fragen und nach der Stadt kommt es dann – wir werden rausgewunken. Der Beamte gibt sich recht autoritär, sprich brummig, will die Fahrzeugdokumente sehen und bei der Befragung wo wir herkommen und wir die „Zebrabar“ erwähnen, kommt ein freundliches „allez – bonne route“. Verdattert fahren wir weiter – vielleicht war es für uns alle etwas zu früh. Die weitere Strecke nach Diama ist gut ausgeschildert und eine super Teerstraße.

Die Grenzformalitäten im Sénégal sind innerhalb von Minuten erledigt.

Die Fahrt geht nun über eine Staumauer

- Kosten für Fahrzeug: 4.000,- CFA*)

Die freundlichen Grenzbeamten in Diama/Mauretanien verlangen folgende Gebühren:

  • Pässe stempeln: 5.000,- CFA
  • Passavant: 6.000,- CFA
  • Weitere Kosten:
  • Autoversicherung: 11.000,- CFA
  • Kommunale Tax: 1.000,- CFA

Was uns ganz besonders freut, ist, daß wir die Autoversicherung direkt vor Ort kaufen können. Berichten zufolge, gibt es die nur in Rosso und somit müsste man sich dann doch noch einmal in den Abzocker-Trubel begeben. Weiterhin erklärt uns der Versicherungsagent einen neuen, kürzeren, noch im Bau befindlichen aber schon befahrbaren Weg zur Teerstraße. Somit müssen wir überhaupt nicht nach Rosso. Heute ist unser Glückstag und die „Gebühren“ für das Pässe stempeln schmerzen nicht mehr.

Wir treffen an der Grenze die beiden 2canadiansonbike.com Ruby und Mike und tauschen Waypoints von Unterkünften in Nouakchott aus – vielleicht trifft man sich ja wieder.

Nach einer Stunde Formalitäten sind wir auf mauretanischem Boden unterwegs und nach einigen Kilometern werden wir von Uniformierten angehalten, die Parkgebühren verlangen, da wir uns in einem Nationalpark befinden. Die Jungs versuchen zuerst das Doppelte zu kassieren, wir zahlen dann aber gemäß einem gedruckten (!?) Formular:

  • pro Person: 2.500,- CFA

Die beschriebene Abkürzung zur Teerstraße finden wir problemlos und somit sind wir gegen Abend in Nouakchott in der „Auberge Menata“, wo wir bereits von Ruby und Mike erwartet werden. Die beiden sind schon viele Touren mit den Motorrädern gefahren und haben jede Menge zu erzählen. Es ist ein unterhaltsamer und kurzweiliger Abend und da wir vorerst die gleiche Route haben, werden weitere Waypoints von kommenden Aubergen ausgetauscht. (Wir haben den Campingführer für Mauretanien und Marokko von Edith Kohlbach und können den, sowie den Reiseführer für Marokko, nur empfehlen - aktuelle Informationen.)

Wir haben uns entschieden Mauretanien auf kürzestem Wege zu durchqueren, da die Temperaturen im Landesinneren viel zu hoch sein werden – und somit sind hunderte von langweiligen Kilometern abzuspulen.

Die nächste Etappe ist Nouadhibou, nahe der marokkanischen Grenze. Mucki hat ordentlich zu kämpfen, da ein starker Gegenwind weht – er schafft gerade mal 60km/h im 4. oder nur 3. Gang und schluckt Unmengen von Diesel, aber die Strecke wird bewältigt und auch an diesem Abend treffen wir Ruby und Mike in der Auberge „Baie de Levier“ wieder. Wir bereiten uns alle auf Marokko vor.

* (1 EUR = 655 CFA)

 

22.08.2008

Marokko

Wir verlassen morgens Nouadhibou und erreichen um 9:30 Uhr den nahegelegenen Grenzübergang. Die Formalitäten sind schnell erledigt; doch zu unserer Überraschung möchten die mauretanischen Zollbeamten Mucki durchsuchen – wir müssen sogar das Dachzelt aufstellen, bevor wir ausreisen dürfen – aber alles kein Problem. Danach geht es, ohne Markierung, über eine felsige Strecke zur marokkanischen Grenze.

Wir staunen nicht schlecht über eine Schlange von wartenden Fahrzeugen vor der Grenze. Es ist 10:20 Uhr und wir stellen uns hinten an und warten... es bewegt sich nichts! Irgendwann werden wir doch etwas ungeduldig und versuchen herauszufinden was Sache ist, doch weiß das keiner so recht. Nach 2 Stunden dürfen wir dann an der ersten Schranke vorbeifahren und uns bei der Polizei einreihen, um Pass- und Fahrzeugdaten von Beamten im großen Buch erfassen zu lassen. Das war Schritt 1 - es folgt weiteres Warten...

Schritt 2 – Formulare (Fiche) an einer anderen Stelle abholen, in doppelter Ausfertigung ausfüllen (Pass- und Fahrzeugdaten), bei Immigration abgeben und warten...

Schritt 3 – warten...

Schritt 4 – Fragen des Immigrations-Beamten beantworten; gestempelten Pass in Empfang nehmen.

Schritt 5 – warten...

Schritt 6 – Mucki komplett ausräumen und alles von 3 Beamten plus Hund durchstöbern lassen - wieder einräumen - auf abgestempelte Fahrzeugpapiere warten und, wir glauben es kaum, losfahren.

Nach knapp 7 Stunden, haben wir um 15:45 Uhr Marokko erreicht – ufff – damit haben wir nicht gerechnet.

Der Wind bläst uns weiter heftig entgegen und wir schaffen es an diesem Tag noch bis Lamhiriz. Wir tanken Mucki auf und bleiben die Nacht im „Motel Barbas“.

Am nächsten Morgen geht es früh weiter, denn wir wollen noch Laayoune erreichen, um die Autoversicherung abzuschließen. Der Gegenwind ist gewaltig und Mucki muss schwer schaffen. Die Küstenstrecke durch ehemals Western Sahara zieht sich wie Kaugummi und ist fürchterlich langweilig.

Unseren ersten „richtigen“ Kontakt mit Marokko haben wir dann am Sonntagsmarkt in Gülmim. Bergeweise frisches duftendes Obst und Gemüse, Gewürze, was das Herz begehrt. Wir werden zum Tee in eines der Berberzelte eingeladen und lernen dort schnell, dass man sich seine Tajine (marrokanische Spezialität) mit selbst gekauften Zutaten hier von den Berberfrauen zubereiten lassen kann. Na, dieses Angebot nehmen wir natürlich sofort an und schauen den Frauen bei der Zubereitung genau über die Schulter. Wir werden nicht enttäuscht und beschließen, dass dies unsere Leibspeise wird. Gestärkt schaffen wir es noch bis Tiznit und bauen unser Camp im „International Camping“ direkt an der Stadtmauer gelegen, auf. Somit können wir abends in der schönen Medina schlendern und uns immer besser in Marokko eingewöhnen.

Den nächsten Tag nehmen wir die R104, die uns durch wunderschöne Landschaften, über Tafraoute nach Agadir führt. Wir fahren noch etwas an der Atlantikküste weiter und entscheiden uns für den Campingplatz „Atlantic Park“ der zu dieser Jahreszeit sehr verwaist wirkt.

Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass ich die Routen und Unterkünfte hier nicht ausführlich beschreiben werde, das ginge zu weit. Wer Interesse hat, findet alles bestens beschrieben im „Reisehandbuch Marokko“ von Edith Kohlbach, das wir nur empfehlen können. Oder setz dich direkt mit uns in Verbindung, wir beantworten dann gerne deine Fragen. Nun aber weiter zu unserer Reise, die uns quer durchs Land führen wird und natürlich auch immer wieder zu Confluencen.

Mit tollen Landschaften geht es weiter. Wir fahren über Agadir auf der N10 landeseinwärts über Taroudannt und nehmen dann die R203, eine Pass-Straße über den Hohen Atlas. Die Strecke ist komplett geteert und trotz der vielen Kurven recht angenehm zu befahren. Die Aussichten stellenweise atemberaubend. In Tizi-n-Test, auf 2100m Höhe, übernachten wir im „Bell Vue“.

Nun geht es weiter nach Marrakech – darauf sind wir schon sehr gespannt. Wir fahren den Campingplatz „Le Relais de Marrakech“ an und freuen uns riesig von unseren kanadischen Freunden Ruby und Mike begrüßt zu werden. Natürlich wollen wir das eine oder andere gemeinsam unternehmen, doch zuerst lernen wir noch Barbara und Ezio aus Graz kennen. Wir verstehen uns sofort prächtig und machen gleich am ersten Abend Djemaa el-Fna, einen berühmten Platz in Marrakech, unsicher. Dort gibt es am Abend an vielen Ständen Berge von Essen, Süßigkeiten und Getränke, Märchenerzähler, Schlangenbeschwörer, um nur einige zu nennen. Ein phantastisches Erlebnis, das uns in seinen Bann zieht, uns verzaubert.

Am nächsten Tag besichtigen wir gemeinsam mit Ruby und Mike die Stadt und verbringen viel Zeit in den Souks. Schön ist, dass dies heutzutage ohne Führer möglich ist. Man findet sich alleine zurecht und die Händler zerren einen nicht in die Läden, sie versuchen aber natürlich ihre Ware an den Mann / die Frau zu bringen – wozu sonst ist ein Markt da? Am Abend landen wir natürlich zum Schlemmen wieder am Djemaa el-Fna. Hhhmmmm lecker!

Uns zieht es weiter - über die N9 von Marrakech in Richtung Ouarzazate. Wir fahren an so vielen Obstplantagen vorbei, dass es fast schon langweilig wird. Dann führt die Strecke wieder in den Hohen Atlas mit vielen Kurven und schönen Aussichten. Wir sehen viele Kasbahs – ehemalige Wehrburgen aus rotbraunem Stampflehm erbaut, mit hohen Zinnenmauern und Wehrtürmen, auf denen häufig Störche ihre Nester haben.

Nach Taddert nehmen wir die Piste nach Anmiter, die als schwierig und nur mit einem 4x4, zu befahren gilt. OK, anfangs denken wir noch, na ja holprig aber nicht schwierig, doch dann kommt es! Es wird schwierig, und Helmut und Mucki müssen beide zeigen was sie können - die schmale Piste ist grob in Fels gehauen und absolut Esel-tauglich. Die Landschaft atemberaubend schön, doch können wir sie nicht genießen; wir schaukeln uns etliche Kilometer hindurch. Bei Taguendoucht halten wir bei Abdellah, einer Cite d’Etappe. Wir werden herzlichst aufgenommen und bewirtet und dürfen sogar das Hammam der Familie benutzen. Das tut richtig gut. Abdellah erzählt beim Abendessen, dass erst vor kurzer Zeit eine junge Französin mit ihrem Motorrad auf der Strecke gestürzt sei. Zum Glück ging nur die Maschine den Abgrund runter und nicht das Mädel, sie kam mit ein paar Blessuren davon. Glück gehabt!

Nach einer erholsamen Nacht gehen wir dann am nächsten Morgen den Rest der Strecke an, die dann bald an Schärfe verliert. Es ist ein schönes, bewirtschaftetes Tal und wir können uns beide eine Wandertour darin vorstellen – vielleicht das nächste Mal.

Wir fahren durch Ait–Benhaddou (dessen Ksar häufige Kulisse in Kinofilmen ist) weiter über Ouarzazate durch das Draa-Tal nach Zagora. Das Draa-Tal ist eine Oase und ein einziger Palmenhain, auch hier fast schon wieder Langeweile. Wir sind uns immer noch nicht sicher ob wir nicht doch einen Abstecher in die Wüste machen sollen, doch die Entscheidung fällt spätestens in Zagora, beim Schild „52 Tage bis Timbouktou“. Wir haben hier schon 47°C und die Wüste ist noch weit weg. Es ist einfach die falsche Jahreszeit dafür – wir sehen es ein und fahren wieder zurück bis Tansikht. Hier nehmen wir die R108 in östlicher Richtung und fahren über Tazzarine und Alnif und dort auf die komplett ausgebaute Pass-Straße R113 nach Tinerhir.

Nun stehen die Dades- und Todra-Schluchten auf dem Programm - wir beginnen mit der Dades-Schlucht. Nach ca. 18 km sehen wir eine Felsformation die tatsächlich ihrem Namen „Affenfußfelsen“ alle Ehre macht. Im Tal gibt es viele Pensionen und Hotels - richtig touristisch halt. Weiter geht es über enge Serpentinen zu abenteuerlichen Ausblicken und nach ca. 33 km ist die Engstelle des Tales erreicht. Dort gefällt uns besonders die Pension mit Campingplatz „Berbére de la Montagne“, wo wir einen Ruhetag einlegen.

Wir fahren wieder zurück aus dem Tal und über die N10 bis Tinerhir. Von dort aus geht’s in die Todra-Schlucht. Dort erreichen wir schon nach ca. 14 km die engste Stelle der Schlucht, die zwar sehr touristisch, aber besonders eindrucksvoll ist. Die Felswände ragen hier 300 m steil in die Höhe, bei einem Durchgang von 10 m - Genickstarre vorprogrammiert!

Wir fahren die R703 / R317 in Richtung Imilchil weiter. Zuerst ist die Landschaft karg und schroff, doch dann verändert sich das Bild und wir sehen nur Weizen- und Kartoffelfelder, alles wunderschön grün. Nach Imilchil halten wir in der „Auberge Tislit“ am Ufer des Lac de Tislit gelegen und bauen unser Camp auf. Es ist recht stürmisch und wir werden tüchtig durchgepustet. Doch Dank der herzlichen Fürsorge der Wirtin geht es uns blendend. Ihr ist keine Mühe zuviel – diese Wirtin ist ein Schatz. Sie verabschiedet uns am nächsten Morgen mit den warnenden Worten vorsichtig zu fahren, da die LKWs zum Markttag nach Almerou unterwegs seien. Und oh ja, wie sie recht hat - wir haben einige Begegnungen mit ihnen auf der schmalen kurvigen Straße. Wir fahren immer noch auf der R317 über den Pass Tizi-n-Isly und fast 120 km nur Kurven und Serpentinen durch eine wunderschöne Landschaft bis El-Ksiba; dort zweigen wir auf die N8 ab, Richtung Fez.

Nach Khenifra geht es ab auf eine reizvolle Strecke durch dicht bewaldete Berge, vorbei an der Quelle des Oum-er-Rbia, über Ain Leuh nach Azrou und Ifrane. Die Landschaft erinnert uns an den Schwarzwald, doch davon noch nicht genug. Wir kommen nach Ifrane und finden uns wieder zwischen soliden Steinhäusern dessen Satteldächer mit roten Schindeln gedeckt sind. Wo sind wir nur gelandet? - Ifrane liegt auf 1.650 m Höhe und ist im Winter oft schneereich; es wurde 1929 als französischer Ferienort gegründet. –

So und nun dürfen wir etwas am marokkanischen Familienleben teilhaben. Unsere ehemaligen Kollegen und Freunde Silke und Fouad haben uns zur Hochzeit des Cousins, nach Fez eingeladen. Ich weiß gar nicht wo ich beginnen soll, so viele Eindrücke sind es… Silke und Fouad schleppen uns überallhin mit und überall sind wir herzlich willkommen und augenblicklich integriert – ein tolles Erlebnis. Von allen werden wir umsorgt und verhätschelt. Viele Menschen, viele Gesichter und es dauert nicht lange und wir geben auf, uns all die Namen merken zu wollen. Zwischendurch zeigt uns Fouad sein wunderschönes Fez mit der Medina und den Souks. Dann beginnen die Festivitäten, die über mehrere Tage dauern. Soviel Prunk und Pomp, wir kommen uns vor, als sind wir zum Staatsempfang des Königs eingeladen. Die Stimmung wie immer ausgelassen und heiter – sehen und gesehen werden ist die Devise. Nach vier Tagen feiern sind wir total platt und brauchen Erholung - wir verabschieden uns von Fez.

Unser nächster Stopp sind die naheliegenden Ruinen der alten römischen Stadt Volubilis mit seinem Triumphbogen, den Thermen und mehreren gut erhaltenen Mosakifußböden. Danach geht es nach Meknes, die wir per Kutschtour erkunden. Auch hier bestaunen wir wieder eine wunderschöne Medina.

Doch nun wollen wir in das vielberedete Rif-Gebirge und quartieren uns auf dem schön terrassierten Campingplatz „Azilan“, am Rande des zauberhaften Örtchens Chefchaouen ein. Der Ort mit seiner alten und schönen Medina, den verwinkelten Gassen, seinen weißblauen Häusern, ist ein kleines Schmuckstück. Wir sind ganz verzaubert von der Atmosphäre. Belästigungen durch Haschischverkäufer gibt es hier keine.

Am nächsten Tag geht es auf der N2 westwärts durch das Rif-Gebirge nach El-Jebha an der Mittelmeerküste. Auf dem Weg dorthin trauen wir unseren Augen nicht… rechts und links der Straße, soweit das Auge blickt, Cannabisfelder. Mindestens jeden Kilometer steht ein Mann oder Junge am Straßenrand und signalisiert uns „kauf dein Gras bei mir“ oder so ähnlich. Das muss man selbst gesehen haben um es zu glauben. Wir sind von den Socken und haben noch nicht einmal Lust irgendwo zum Mittagessen anzuhalten. Dann ist die Strecke zwischen der N2 und El-Jebha fürchterlich schlecht und wir sind heilfroh als wir das kleine Hotel „El Mamoun“ erreichen. Wir staunen nicht schlecht zwei Motorräder mit deutschem Kennzeichen vorm Haus zu sehen. Kurz darauf lernen wir auf unserer Etage Ralf und Ralf aus NRW kennen und verbringen einen netten Abend gemeinsam.

Den nächsten Tag fahren wir die Küstenstraße mit atemberaubenden Ausblicken bis Martil, doch können wir vorerst keine Kurven und Serpentinen mehr sehen – es reicht. Martil finde ich, ist eine schreckliche Stadt; voller Betonburgen und erinnert an die spanischen Touristenzentren – ganz grauselig; aber das „Rif-Geld“ will ja auch irgendwo investiert sein. Wie auch immer, unsere Reise geht nun weiter über die Küstenstraße N16 nach Tanger, wo uns Silke und Fouad in ihrem Zuhause der „Villa Zouina“ willkommen heißen.

Diese Gastfreundschaft strapazieren wir ganz gewaltig. Mucki braucht neue Stoßdämpfer und jede Menge Kleinkram muss repariert bzw. überholt werden und Fouads Autowerkstatt bringt ihn wieder auf Vordermann. Wäsche wird bergeweise gewaschen und getrocknet, geschlemmt wird ständig, Stadttour, Strandtag, Telefon kaufen, dieses erledigen, jenes erledigen... – wir halten die zwei ganz schön auf Trab. Danke!

Und dann ist es soweit – 6 Monate sind wir nun in West – und Nordafrika unterwegs, alleine 5 Wochen in Marokko und am 22.07.2008 erreichen wir europäischen Boden.

Ist schon ein tolles Gefühl!

 

23.10.2008

Spanien, Frankreich und Deutschland

Nach einer knappen Stunde Fahrt mit der Schnellfähre, erreichen wir Tarifa, einen kleinen sympathischen spanischen Hafenort. Wider Erwarten werden wir an allen Kontrollen durchgewunken; es werden keine Pässe kontrolliert, kein Schnüffelhund im Auto… wir sind schon fast ein wenig enttäuscht.

Und dann heißt uns Europa sogleich durch Lidl und Aldi willkommen, aber auch die Bürokratie mit „hamm’ mer net, kenne mer net, mache mer net…“

An soweit allen passierten afrikanischen Grenzen, konnten wir die jeweils nötige Autoversicherung abschließen – nicht so in Europa! Weder in Spanien noch in Frankreich ist dies möglich. Erst in Deutschland bekommen wir eine Grenzversicherung beim ADAC.

Wie unsere Tour in Europa aussehen soll - wir haben lange hin und her überlegt. Letztendlich haben wir entschieden, nichts zu besichtigen und keine Confluencen zu suchen, sondern auf dem kürzesten Weg nach Deutschland zu fahren. In Europa gibt es soviel zu besuchen und zu sehen, dass es eine andere Reise wird, zu einem späteren Zeitpunkt.

Und somit werden Kilometer geschrubbt. In Spanien halten wir uns von den Autobahnen fern, da die Gebühren sehr hoch sind. Gar kein Problem, denn wir fahren nicht schnell und die Landstraßen sind perfekt ausgebaut.

Nach drei Tagen erreichen wir das Steuerparadies Andorra in den Pyrenäen. Dort tanken wir noch einmal günstig auf und gönnen Mucki einen neuen Satz Reifen (die hat er jetzt dringend nötig).

Dann geht es auch schon weiter nach Frankreich und bis auf einen Abstecher zur Familie Hebras in Bedouin, geht es auch hier geradewegs durch, mit Richtung Deutschland.

In Deutschland angekommen, begeben wir uns zuerst einmal auf Besuchsreise. Familie Fix, Herbig, Scholz, Daser und Görum - Vielen Dank für Speis’ und Trank, Dach und Bett und so einiges mehr.

Und im Anschluss daran trennen sich Helmuts und meine Wege, zum ersten Mal, seit einem halben Jahr.

Nicht dass jetzt Urlaub wäre… nein. Nun gilt es Liegengebliebenes zu erledigen – ein halbes Jahr Abwesenheit ist doch recht lange, und es hat sich einiges angesammelt. Familie und Freunde wollen besucht sein. Vorbereitungen für die Weiterreise werden getroffen. Und bevor man sich versieht… sind 7 Wochen um. Schwupp!

Dickes Bussi an Nicole und Danke! Hätte mich nicht mehr Zuhause fühlen können. (Vermissen mich die Nachbarn eigentlich?)

Und dann ist es auch schon wieder soweit – es heißt wieder einmal Abschied nehmen und am 20. September geht die Reise weiter...

 

24.10.2008

Österreich, Osteuropa und Türkei

Wir lassen unsere Weiterreise zuerst einmal ganz gemütlich anlaufen und verbringen noch einige Wandertage in der Steiermark. Danach quartieren wir uns bei unseren Freunden Ezio und Barbara in Graz ein und bleiben, dank der prima Stimmung, länger als erwartet. (Wir freuen uns schon auf das nächste Treffen!)

Doch wir haben Zeitdruck – der Winter rückt uns auf die Pelle und wir sind nicht für kaltes Wetter ausgerüstet. Also fahren wir auch durch Osteuropa mehr oder weniger auf direktem Wege durch. Später einmal…

Wir fahren von Graz nach Slowenien und wollen von dort nach Kroatien weiter. Und schon kommt der erste Stolperstein – unsere ADAC Grenzversicherung hat keine Deckung für Kroatien und wir können auch an dieser Grenze keine Autoversicherung abschließen. Na das fängt ja gut an!

Zum Glück liegt Ungarn (hier gilt die Grenzversicherung) „gerade um die Ecke“ und somit gibt es eine kleine Routenänderung aber wir sind weiter unterwegs. Also geht es nun durch Ungarn, Rumänien und dann Bulgarien. Zu den aufgezählten Ländern möchte ich nichts schreiben, da wir nur durchfahren und keinen richtigen Eindruck erhalten.

Nun reisen wir in die Türkei ein und erhalten an der Grenze mal wieder eine Autoversicherung – prima. Unser erster Stopp ist in Edirne. Wir besichtigen die Stadt mit beeindruckenden Moscheen und buntem Treiben und sind ganz begeistert – das hatten wir so schon eine Weile nicht mehr.

Aber uns sitzt nach wie vor der Winter im Nacken und somit schrubben wir auch hier Kilometer. Die Autobahnen sind sehr gut und die Gebühren gering. Somit geht es über Istanbul, Ankara und Aksaray nach Göreme in Kappadokien. Soviel Zeit wollen wir uns dann doch nehmen und bleiben hier ein paar Tage zum wandern. Die Landschaft ist geprägt von Säulen und Schornsteinen aus erodiertem Vulkangestein. Vor langer Zeit wurde das Gestein von Menschenhand ausgehöhlt um dort hinein Räume, Labyrinthe, Kirchen, gar ganze unterirdische Städte zu bauen. Atemberaubend!

Nach malerischen Sonnenuntergängen wird es nun immer knackig kalt und somit brechen wir unser Zelt ab und fahren nach Silifke an der Küste. Wir hoffen auf milderes Klima und ein paar Tage Auszeit am Meer. Doch sobald wir an der Küste entlangfahren, stellen wir beide fest, dass es uns nicht gefällt und somit kehren wir wieder um und fahren in Richtung Antakya, nahe der syrischen Grenze. Dort verbringen wir noch einen schönen Abend und verlassen am nächsten Tag die Türkei.

 

04.11.2008

Syrien

Es erwartet uns ein freundlicher, korrekter Grenzübergang - alle sind sehr hilfsbereit ohne eine „Gegenleistung“ zu erwarten. Mit allen möglichen Stempeln und Dokumenten kann es nun nach Aleppo gehen.

Aleppo ist die zweitgrößte Stadt Syriens und erhebt, neben Damaskus, den Anspruch die älteste bewohnte Stadt der Welt zu sein. Wir haben Glück und fahren während des Freitagsgebets in die Stadt und kommen so mit wenig Verkehr zügig durch. Mucki wird in einer der engen Gässchen geparkt und die nächsten Tage alleine gelassen. Wir quartieren uns in dem Backpacker Hostel „Zahrat-ar-Rabie“ ein und erkunden die Stadt. Wunderschöne Souqs in der „alten Stadt“, die große Moschee und die Zitadelle, die auf einem großen, von Menschenhand aufgehäuften, Erdhügel erbaut wurde. Die ganzen geschichtlichen Daten usw. werde ich vernachlässigen - ich habe mir das nicht alles gemerkt (seid nachsichtig mit mir), da es an vielen Stellen korrekt nachlesbar ist.

So, nun geht es weiter in südlicher Richtung, nach Hama im Orontes Tal. Die Hauptattraktion hier sind die alten „Norias“, große Wasserräder die vom Orontes-Fluß angetrieben werden. Halt! ich muss sagen „angetrieben werden sollen“, denn der Fluß führt zur Zeit kein Wasser und wir erblicken nur zugemüllte grün-schleimige Tümpel hier und dort. Schade, denn das Städtchen hat Flair.

Somit geht es am nächsten Tag auch schon wieder weiter nach Homs und von dort zum „Crac des Chevaliers“, einer sehr gut erhaltenen Kreuzritterburg. Sie wurde im laufe der Jahre häufig umkämpft und hatte etliche wechselnde „Besitzer“. Wir staunen nur!

Aber es gibt noch soviel mehr zu sehen und unser nächstes Ziel ist die Oasenstadt Palmyra. Dort erstrecken sich die Ruinen einer Stadt aus dem 2. Jahrhundert vor Chr. auf mehr als 50 Hektar. Hier auch wieder verschiedene „Besitzer“ – Griechen, Römer, Araber. Wahnsinn; das muss man gesehen haben.

Wir finden den richtig netten kleinen Campingplatz Al-Baider und sind zutiefst beeindruckt. Wir stehen in einem Olivenbaumhain direkt (wirklich direkt) am Tempel der Bel. Abends wird der Tempel schön angestrahlt… das kann ich nicht mit Worten beschreiben. Wir bleiben einige Tage hier und genießen einfach nur die Ruhe und ich kuriere noch eine heftige Erkältung aus. Von den ganzen Touristenscharen die die Ruinen besichtigen, bekommen wir nichts mit.

So, nun genug der Ruhe und weiter geht’s in die Hauptstadt Damaskus. Dort treffen wir auf dem Campingplatz auf Louis; einen erfahrenen holländischen Overlander. Er erzählt nun mit Bestimmtheit, dass eine Einreise nach Ägypten ohne Carnet de Passage unmöglich sei. Das Auto bliebe dann im Hafen und wenn alles schlecht läuft, würde Mucki beschlagnahmt. Also Ärger über Ärger. Die Moral ist unter dem Nullpunkt. Soll das wirklich riskiert werden? Wir sind hin und her gerissen und versuchen erneut Informationen dazu aufzutreiben. Viele gute Ratschläge, viele Geschichten vom Hörensagen, aber wie auch schon vorher, einfach nichts Konkretes.

Wir fahren freitags in die Stadt, aber irgendwie ist das alles nichts. Wir haben keinen Kopf für Damaskus, alles dreht sich nur um dieses Carnet. Eine Entscheidung muss her und wir kontaktieren den ADAC in München und den RAC in England, ob und zu welchen Bedingungen ein Carnet ausgestellt werden kann. Das Warten beginnt…

Derweil zieht es uns weiter und wir fahren nach Bosra. Dort erwartet uns das wahrscheinlich besterhaltene römische Amphitheater des Nahen Ostens. 15.000 Sitzplätze und alles aus schwarzen Basaltblöcken mit einer tollen Akustik. Einige Teile der Stadt ist um, auf und über alten römischen Häusern gebaut. Sehr interessant anzusehen.

Dies war nun unser letzter Stopp in Syrien und wir brechen auf nach Jordanien.

 

24.11.2008

Jordanien

In Jordanien setzen wir unsere Besichtigungstouren fort. Auch hier gibt es wieder viel mehr historisches Gut zu bestaunen als wir verkraften können und wir entscheiden uns nur die größeren Sehenswürdigkeiten anzufahren.

Unser erstes Ziel liegt unweit der Grenze und heißt Umm Quays in Gadara. Von Louis wissen wir, dass wir in Jordanien an allen Sehenswürdigkeiten campen dürfen (mit Ausnahme von Petra). Immer nur schön zur Tourist Police, die an allen Sehenswürdigkeiten zu finden ist, Eintritt bezahlen und dann bekommt man ein Plätzchen zugewiesen – nicht immer schön, dafür sicher und umsonst. Unser Camp in Umm Quays ist wunderbar - mitten in den Ruinen der alten Stadt. Wir haben nun Zeit alles in Ruhe zu erkunden und sind beeindruckt von der alten römischen Stadt u.a. mit Therme und Prachtstraße. Die Ruinen liegen erhöht, und geben den Blick auf die Golan Höhen frei und bei klarem Wetter, dem See Genezarth.

Nach einer erholsamen Nacht, machen wir uns auf den Weg durch das fruchtbare Jordan Valley und befinden uns nun satte 200 Meter unter dem Meeresspiegel. Wir halten kurz in Pella, der nächsten Ausgrabungsstätte, um weiter zur großen Sehenswürdigkeit Jarash zu fahren. Es wimmelt hier nur so von Touristen, hunderte werden dort täglich durchgeschleust. Wir sind selbst mehrere Stunden in der alten römischen Stadt unterwegs und kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Dieses Mal haben wir mit unserem Camp nicht so viel Glück und sind auf einem Parklatz, an einer stark befahren Straße.

Weiter geht es in die Hauptstadt Amman. Wir brauchen Internetverbindung, damit wir uns weiter um das Carnet kümmern können. Wir bleiben einige Tage im Farah Hotel. Es liegt zentral, hat eine super gute Internetverbindung und ist auch sonst sehr zu empfehlen; lauter nette Leute dort. Wir schieben das Carnet beim ADAC in München an und müssen nun nur noch das Eintreffen an unserer letzten Station vor Ägypten abwarten. Nun sind wir auf die Postwegzeiten gespannt…

Nach getaner Arbeit kann es nun endlich wieder weiter gehen und zwar ans Tote Meer, mit 400 Metern unter dem Meeresspiegel, die niedrigste Stelle an Land. Zuerst machen wir aber noch einen Abstecher nach Madaba und Mount Nebo - Moses soll hier gestorben sein. Am Toten Meer campen wir auf einem Parklatz direkt am See und haben eine ruhige Nacht. Am nächsten Tag komme ich dann auch endlich in den Genuß in dieser berühmten Brühe zu dümpeln und tatsächlich… wie ein Quitscheentchen in der Badewanne, unfähig unterzugehen. Ist schon faszinierend. Ich habe einige kleine Kratzer an den Beinen, von denen ich gar nichts weiß – bis ich ins Wasser gehe… heißa brennt das. Nach einer halben Stunde bitzelt und kribbelt meine Haut überall - also nix wie raus und ab unter die Dusche. Ein wenig ausruhen und dann geht es auch schon wieder weiter und zwar zur Kreuzritterburg in al-Karak.

Die besichtigen wir noch nachmittags und erhalten dann die Erlaubnis direkt vor der Burg zu campen. Ist nicht ganz so prickelnd aber nun gut. Ach ja genau und was ich noch gar nicht erwähnt habe – es ist mal wieder ganz schön kalt.

Unser nächstes Ziel ist das berühmte Petra. Wir fahren in das Hotel Al-Anbat I - dort gibt es einen Campingplatz und die Möglichkeit den Service des Hotels zu nutzen, der wirklich hervorragend ist. Restaurant mit üppigem Frühstücks- und Abendbüffet, türkisches Bad sowie Shuttle Service zur historischen Stätte.

Tja und dort bleibt uns dann so richtig die Spucke weg! Die Kilometer die wir abtippeln, bemerken wir kaum, soviel gibt es zu sehen und zu staunen. Wir laufen durch eine bizarre Felsschlucht, die am Ende den Blick auf einen großen, in Fels gehauenen Tempel freigibt. Wahnsinn! Na und so geht es Kilometer um Kilometer weiter. Tempel, Gräber, Kloster und natürlich hunderte von Touristen und mindestens genauso viele Führer, Mulis (mit und ohne Kutsche) und Kamele (oder sind es Dromedare? – ich kann es mir nicht merken). Doch leider beginnt es abends zu stürmen und zu regnen und es ist mal wieder richtig kalt. Das schlechte Wetter hält an und somit fahren wir auch schon wieder weiter.

Ab in die Wüste und zwar nach Wadi Rum, die der berühmte „Laurence von Arabien“ zu seiner Wahlheimat machte. Da wir beide die Wüste mögen, sind wir begeistert und freuen uns ohne Führer, nur mit einer Karte bestückt, rumkurven zu dürfen. Eine richtig tolle Landschaft. Abends suchen wir uns einen einigermaßen windstillen Hügel und campen dort. Aber auch hier werden wir von kaltem Wind durchgepustet, was die Freude trübt.

So und nun kommen wir zur letzten Station in Jordanien, nach Aqaba, direkt am Meer. Und soll ich euch was sagen? … uns weht ein ätzend kalter Wind um die Ohren und es macht einfach keinen Spaß mehr. Aber es hilft alles nichts, wir warten ja noch auf unser Carnet! Wir campen im „Bedouin Garden Village“ und haben nun Zeit aufzuräumen, Wäsche zu waschen und ähnliche Nettigkeiten, die halt gemacht werden wollen. Ansonsten ist das Camp recht angenehm und hat sogar wifi. Dort treffen wir dann auf Thiemo, der gerade seine Reisegruppe erwartet. Gemeinsam werden sie in 5 Landrovern die Strecke „Cairo to Cape Town“ fahren. Von ihm erfahren wir, dass sie die berühmt-berüchtigte Aswan - Wadi Halfa Fähre schon gebucht haben und darauf noch Plätze frei haben. Da jeder, der diese Strecke fährt, weiß, wie mühselig, zeitraubend und nervtötend diese Fährgeschichte in Ägypten ist, springen wir sofort auf. Prima ein Problem weniger. Und kurze Zeit später gleich noch eins weniger, denn unser Carnet ist eingetroffen. Sogleich machen wir uns wieder reisefertig und besorgen uns Tickets für die Fähre nach Ägypten. Übrigens kein billiger Spaß – auf der langsamen Nachtfähre für Mucki und uns 2 in einer Kabine, durften wir USD 370 hinlegen. Ein stolzer Preis!

Jetzt haben wir wieder Reisefieber und wollen weiter…

 

07.12.2008

Ägypten

Die Überfahrt mit der Fähre geht reibungslos und wir landen in Nuweiba morgens um 8 Uhr an. Da wir eine Kabine haben und 3-4 Stunden schlafen können, sind wir einigermaßen fit. Im Hafen müssen wir dann zuerst einmal auf die Beamten warten, da vor 9 Uhr nicht mit der Arbeit begonnen wird; dann geht es aber mit Unterstützung der “Tourist Police” zügig und teuer weiter. Uns ist nicht klar, ob wir ohne Carnet durchgekommen wären - auf alle Fälle wurde ab dem Hafen Aqaba ständig danach gefragt und wir sind froh nun doch das Carnet zur Hand zu haben. Trotz alledem müssen wir weitere 240 U$D für Visa, Fahrzeugdokumente, Versicherung, Nummernschilder usw. auf den Tisch blättern. Ein richtig teurer Spaß! Um 10:30 Uhr ist dann alles erledigt und wir haben freie Fahrt nach Dahab.

In Dahab bleiben wir dann die nächsten 5 Tage. Dort reihen sich über etliche Kilometer am schönen Roten Meer entlang Hotels, Restaurants, Souvenir-Shops und Tauchbasen. Wir nutzen die Gunst der Stunde und entscheiden uns nach einem Auffrisch-Tauchgang unser Tauchwissen auf den „Advanced Open Water Diver (AOWD)“ zu erweitern. Wir haben wunderschöne Tauchgänge in einer phantastischen Unterwasserwelt und zum Schluß geht es gemeinsam mit Gerd, unserem Instructor, und Tommy, dem Dive-Master, zum dritt bekanntesten Tauchplatz der Welt, dem „Blue Hole“. Ich bekomme ganz schön Muffesausen kopfüber in einem Tunnel der Dunkelheit entgegenzutauchen. Bei 30 Metern Tiefe erwartet uns dann Gerd zum Ausstieg und Tommy hilft mir die aufgekommene Panik zu bewältigen. Ist schon recht spektakulär und ein tolles Erlebnis aber ich muss gestehen, schöne Korallenriffe mit vielen Fischen gucken, ist mir lieber.

So und dann geht es auch mal wieder weiter. Wir umrunden die Sinai-Halbinsel, fahren unter dem Suez-Kanal hindurch und dann nach Kairo. Nach Kairo müssen wir in erster Linie um Visa für Sudan und Äthiopien zu besorgen, aber ich will auch das Nationalmuseum besuchen und die Pyramiden von Gizeh sehen. Irgendwie wursteln wir uns durch Kairos chaotische Straßenführung und Verkehr bis zur „6th October Bridge“ durch und parken Mucki für die nächsten Tage an einem der vielen Restaurant-Schiffe direkt am Nil. Unsere Transportmittel der folgenden Tage werden nur Taxen sein. Wir buchen uns im altertümlichen aber zentral gelegenen „Hotel Berlin“ ein und erkunden die Stadt, die einen ganz besonderen Charme hat. Unsere Visa erhalten wir innerhalb eines Tages. Für das Sudanesische braucht man neben dem Antrag (2-fach) und den Photos, ein „Letter of Recommendation“ der Heimatbotschaft und bezahlt 100 U$D. Das Äthiopische Visum mit dreimonatiger Gültigkeit kostet 30 U$D und wir erhalten unsere Visa nach 10 Minuten Wartezeit. Wow – das ist Rekord.

In der Zwischenzeit war ich noch im Nationalmuseum zu 60 ₤E - zum Glück gleich früh morgens, als die Pforten sich öffnen. Das Museum gleicht einem großen Warenlager – alles vollgestopft mit Exponaten. Die Sonderausstellung der „ausgepackten“ königlichen Mumien (zu weiteren 80 ₤E) sehe ich mir nicht an; finde ich entwürdigend. Nach zwei Stunden ist dann das Museum hoffnungslos mit Touristengruppen überfüllt (hoffentlich bricht hier mal keine Panik aus!) und der Geräuschpegel ist unerträglich für mich. Ich verlasse das Museum, natürlich fasziniert von den Ausstellungsstücken aber auch recht enttäuscht von der mäßigen Präsentation.

Nun folgt unsere Besichtigungstour. Das Hotel vermittelt uns ein Taxi, das uns für 170 ₤E nach Gizeh, Sakkara, Dashur und Memphis kutschiert. Der Eintritt beträgt jedes Mal 60 ₤E pro Person – ein stolzer Preis (1€ = 6,95₤E). In Gizeh werden wir dann entweder von Touristenhorden umgerannt oder von Souvenirverkäufern belagert – beides ist äußerst unangenehm. Sakkara gefällt uns dann sehr gut. Im örtlichen Museum erhält man jede Menge gut aufbereitete Information und der Menschenandrang ist deutlich weniger und somit viel angenehmer. An den Pyramiden in Dashur sind dann kaum noch Besucher vorzufinden und noch viel weniger Informationen. Auf Memphis haben wir dann keine Lust mehr und lassen uns wieder nach Kairo zurückfahren. Auf in das Stadtleben und ein letztes Mal in die „Stella-Bar“, eine Bierkneipe.

Helmut und ich, wir haben beide schon eine Nilkreuzfahrt mit all ihren Sehenswürdigkeiten hinter uns und sind nicht daran interessiert, die gleiche Strecke mit dem Auto abzufahren und wählen somit die „Western-Desert-Route“, die durch die Schwarze und Weiße Wüste führt. Wir verlassen Kairo in Richtung Gizeh früh morgens um sieben Uhr mit wenig Verkehr. Nach Bawiti, in der Schwarzen Wüste schlagen wir nachmittags unser erstes Camp auf – endlich wieder in der freien Natur! Tags drauf werden keine Kilometer geschrubbt; wir lassen uns einfach von der Weißen Wüste faszinieren. Die weitere Strecke führt uns durch Farafra, die Dakhla Oase, dann westwärts durch die Kharga Oase und weiter nach Esna. In Edfu überqueren wir dann den Nil und fahren bis Assuan. Wir haben Glück und können die Strecke am Nil entlang ohne Eskorte oder Konvoi fahren, da wir wohl „Quereinsteiger“ sind; in der Regel aber nur noch im Konvoi.

In Assuan angekommen, buchen wir uns im „New Abu Simbel“ ein, dem Treffpunkt mit Thiemo und seiner Gruppe. Der Laden ist schwer heruntergekommen, doch das Personal ist besonders hilfsbereit und es gibt einen schönen Biergarten mit kaltem Stella und vernünftigen Preisen. Die Stadt ist eine einzige Abzocke! Wahrscheinlich sind dank der täglich wechselnden Nilkreuzfahrttouristen die Preise total überzogen und es herrscht eine arrogant-aggressive Stimmung bei Preisverhandlungen. Aber es soll noch besser kommen…

Thiemo und Debra (Africa Expedition Support) kommen mit ihrer Reisegruppe in Assuan an und wir beginnen die Vorbereitungen für die gemeinsame Überfahrt nach Wadi-Halfa. Die Autofähre (eine Barge) ist schon seit Oktober zu einem Festpreis von Thiemo und Debra gebucht. Bislang konnten auch immer die Passagiere auf der Barge mitfahren und man war ca. 3 entspannte Tage zusammen mit den Fahrzeugen unterwegs. Das geht nun nicht mehr, da eine Französin vor einiger Zeit über Board ging (so sagte man uns). OK, das bedeutet nun, die Autos auf die Barge und wir auf die Passagierfähre, die ca. 20 Stunden unterwegs ist. Hm, lange Gesichter, da wir uns alle schon auf die Fahrt gefreut haben, aber so ist es halt. Nun geht der Streß weiter in Form von Geld. Debra erfährt bei einem Anruf mit dem Fährbetreiber, dass der Preis für die Barge 38.000 ₤E betragen soll und nicht wie telefonisch vereinbart, 17.000 ₤E. Die Fetzen fliegen am Telefon, doch erreicht wird nichts. Tags drauf fahren die Jungs mit den 8 Fahrzeugen los, um sich einen Stempel bei der Verkehrspolizei zu holen, Nummernschilder zurückzugeben, den Zoll zu passieren und dann die Fahrzeuge auf die Barge zu laden. Debra und ich sind derweil um 9 Uhr im Büro des Fährbetreibers um Tickets für die Passagierfähre zu kaufen und die Auto-Barge zu bezahlen. Die Jungs werden bis 14 Uhr mit dem Stempel hingehalten (der Verantwortliche kommt jeden Moment…) danach geht nichts mehr, da der Zoll nur bis 14 Uhr arbeitet - man soll am nächsten Tag wieder kommen. Debra und ich bekommen derweil keine Tickets ausgestellt, da alle Pässe auf sudanesische Visa kontrolliert werden müssen (ahaa!) und wir nur die der Mädels haben (alle wissen, dass die Jungs ihre Pässe selbst dabei haben müssen). Alles in allem eine pure Hinhaltetaktik vom Betreiber – ganz klar, wir sind für einen Vorgang im Weg und müssen ferngehalten werden. An diesem Tag erscheinen noch weitere Reisende, deren Fahrzeuge plötzlich mit aufgeladen werden sollen (ohne Informationen zu Preis und Abfahrtstermin). Debra und ich lassen uns nicht beeindrucken und sitzen unsere Hintern in diesem Büro platt. Ist wohl eher ungewöhnlich, dass weibliche Weißnasen sich nicht abwimmeln lassen und es herrscht einige Unruhe deswegen und letztendlich bekommen wir nachmittags dann doch noch die Tickets für die Passagierfähre ausgestellt (Preis pro Person II. Klasse = 306 ₤E). Na wenigstens etwas erreicht. Der Biergarten macht an diesem Abend einen prima Umsatz.

Das Prozedere für die Fahrzeuge am folgenden Tag klappt dann wie es hätte am Vortag sein sollen. (Zwischenzeitlich wurde noch jede Menge Cargo mit auf die Barge geladen.) Unser Preis blieb beim ursprünglich Vereinbarten (450 U$D pro PKW); die zusätzlichen Fahrzeuge haben wohl mehr auf den Tisch geblättert. Nun sind unsere Fahrzeuge schon mal unterwegs und wir folgen am nächsten Tag. Die Passagierfähre soll irgendwann um 18 Uhr ablegen und da es ägyptisch-chaotisch zugeht, beginnen wir um die Mittagszeit mit dem Boarding. Ein Teil unserer Gruppe hat Kabinen; wir sind mit dem Rest an Deck. Im Laufe der folgenden Stunden wird die Passagierfähre bis auf den letzten freien Millimeter mit Menschen und Cargo vollgestopft (hauptsächlich Zwiebeln) – unglaublich. Um 20 Uhr ist dann endlich jeder Millimeter Schiff belegt und es kann losgehen. Die kommende Nacht und den nächsten Vormittag werden wir in dieser Sardinenbüchse verbringen. Langsam hebt sich unsere Stimmung - wir lassen mit jedem Meter Fahrt Ägypten weiter hinter uns.

Ägypten hat auf dieser Reise einen schlechten Eindruck bei uns hinterlassen. Als Pauschalreisender auf dem Nil, in einem Ressort in Hurghada oder zum Tauchen zu sein, ist in Ordnung und preisgünstig. Alles andere lässt man besser bleiben; es ist nur mühselig, nervig, ätzend und verdammt teuer. Allein die Ein- und Ausreisekosten für irgendwelche Stempel und Dokumente (ab Ankunft in Nuweiba) belaufen sich auf 800 U$D! Da sind wir noch keinen Meter gefahren, haben noch nichts gegessen, nirgends geschlafen, geschweige denn irgend etwas besichtigt.

Na, dann sind wir mal auf Sudan gespannt - die Visa waren ja schon teuer.

 

26.02.2009

Sudan

Nachts auf der Lake-Nasser-Fähre fühlen wir uns wie die Sardinen in der Büchse – alles hoffnungslos überfüllt und wir liegen eng an eng auf Deck. Der Gang zur total versifften Toilette ist ein wahrer Balanceakt; ich weiß nicht auf wie viele Zehen, Finger oder Ohren ich gestiegen bin. Wie auch immer, die Gebete wurden erhört und der Kutter ging zumindest nicht auf Grund.

Am Morgen passieren wir noch Abu Simbel und erhalten eine ganz andere Perspektive der Tempelanlage – ist schon beeindruckend.

Dann dauert es auch schon nicht mehr lange und wir sind in Sudan. Die Fähre legt an und … das nervenaufreibende Warten beginnt auf ein Neues. Das Bearbeiten der Einreise dauert Ewigkeiten und wir müssen Formular, um Formular, um Formular ausfüllen. Dann gibt es endlich den Stempel in unsere Pässe und wir können am Geschiebe und Geschubse teilhaben um von Board zu kommen. Zum Glück ist die Barge mit den Fahrzeugen auch schon angelandet und wir können zügig abladen – leider nicht nur die Fahrzeuge, sondern auch gleich wieder jede Menge Geld. Für das abstempeln des Carnets wird schlappe USD 50 verlangt und weitere USD 70 für 2x „Aliensregistration“ – was für eine Abzocke! Der Tag ist nun auch schon fast wieder vorbei und wir bauen ein Buschcamp auf – welch Wohltat.

So und nun haben wir die Möglichkeit die Route am Nil entlang zu fahren oder durch die nubische Wüste hindurch. Wir nehmen letztere und schließen uns somit für ein paar weitere Tage Thiemo, Debra und deren Gruppe an. Die Strecke führt mehr oder weniger an einer Bahnstrecke entlang; recht langweilig (finde ich) und mit niedrigem Schwierigkeitsgrad. Im nachhinein betrachtet, wäre die Nil-Route wahrscheinlich interessanter gewesen aber hier scheiden sich einmal wieder die Geister…

Die letzten Pyramiden die wir sehen, sind die von Meroe - wunderschön und teilweise noch sehr gut erhalten. Zu unserem Glück fehlen hier die Touristen- und Verkäuferscharen und so können wir direkt in den Sanddünen hinter den Pyramiden campen.

Dann geht es weiter nach Khartoum und dort schlagen wir unser Zelt direkt am blauen Nil, im „Blue Nile Sailing Club“ auf. Kaum angekommen, werden wir zu einer privaten Bootstour eingeladen – einfach so, da einige geplante Teilnehmer nicht mitkommen können… Wir haben eine tolle abendliche Fahrt auf dem Nil mit Musik, Tanz und Barbecue und natürlich auch einigen alkoholischen Getränken. Wir erfahren, da all dies im streng muslimischen Sudan verboten ist, haben sich richtige Netzwerke zum privaten Feiern aufgetan, tja und dies war eine dieser Feiern.

Wir bleiben ein paar Tage in Khartoum und bringen Mucki mal wieder auf Vordermann – es wird gefegt, geschrubbt und geputzt was das Zeug hält. Dann hält uns aber nichts mehr und wir machen uns auf den Weg unsere Nigeria-Freunde, die Satti’s, in Wad Medani zu besuchen. Und dann geschieht es – an einem Polizeikontrollposten springt Mucki nicht wieder an. Na so ein Mist! Nichts passiert mehr, kein Zucken, kein Mucken. In Windeseile finden sich alle möglichen Männer über Muckis Motorhaube ein, die einen mehr, die anderen weniger wissend blickend. Nach einer Stunde wird Mucki angeschoben und er läuft sofort wieder in bekannter Weise – also scheint es der Anlasser zu sein. Es wird entschieden wie geplant weiter nach Wad Medani zu fahren; Satti kennt bestimmt eine Werkstatt und was richtig wichtig ist, er spricht arabisch.

Also trudeln wir mit ordentlicher Verspätung dann doch noch in Wad Medani ein und das Hallo ist groß. Kurzer Hand räumt Satti Junior sein Zimmer und überläßt uns sein Reich und Doris kümmert sich ums leibliche Wohl – der Tag ist gerettet. Dann beginnen die Reparaturarbeiten an Mucki mit familiärer Unterstützung. Weiterhin wird ein neuer Anlasser in Khartoum bestellt, den Helmut mit Satti Junior einige Tage später abholen. Die beiden schaffen es gerade rechtzeitig zum Opferfest „Eid-el-Kabir“ zurück und nun wird drei Tage ausgiebig mit der gesamten Satti-Familie gefeiert und geschlemmt. Welch Gaumenschmaus! Wir verbringen acht Tage bei den Sattis - genießen die gemeinsame Zeit, kochen, gammeln, arbeiten etwas und erholen uns. Vielen Dank noch einmal für die gelebte Gastfreundschaft.

Aber dann reißen wir uns doch wieder los und fahren über Gedaref zur äthiopischen Grenze – auf zu neuen Abenteuern.

 

04.04.2009

YouYouYou-Country - auch Äthiopien genannt

Unsere knapp vier Wochen Äthiopien werden zum Erlebnis der besonderen Art. Vorweg erwähnt: Äthiopien ist eines der ersten afrikanischen Länder das Entwicklungshilfe erhält und das nun schon seit mehr als 30(!) Jahren. Wir treffen auf die 1. und 2. Generation Äthiopier, die glauben es sei unsere erste Bürgerpflicht Geld und/oder Geschenke aus dem Auto zu reichen. Besonders Kinder rufen uns von morgens bis abends „YOU!YOU!YOU!“ hinterher und wenn sie uns zu packen bekommen geht es endlos „gimmimonni!gimmimonni!…“ oder „gimmipen! gimmipen!…“ – ihr versteht schon, zuerst „gimmi“ und dann austauschbar „monni, pen, toy, sweets usw.“ Die Weißen haben richtig gute Arbeit geleistet, bravo.

Von einigen Strecken wird uns tatsächlich abgeraten sie zu befahren, da Kinder die Autos mit Steinen bewerfen und wir sehen dann wirklich einige Fahrzeuge mit der einen oder anderen eingeworfenen Scheibe. Man muß sich das mal vorstellen… Aber das Land hat eine interessante Geschichte und einfach tolle Landschaften und somit machen auch wir uns auf den Weg es ein wenig kennenzulernen.

Um die Mittagszeit reisen wir in Äthiopien ein und fühlen uns im ersten Moment „unserem“ Afrika etwas näher. Sogleich wird eines der Restaurants angesteuert und ein kaltes Bier getrunken – na das zisssscht vielleicht. Ebenso machen wir Bekanntschaft mit der äthiopischen Beilage zu jedem Essen, der Njera, ein schwammartiger, grauer, recht sauer schmeckender Pfannkuchen. Hm, ob wir uns daran gewöhnen können? Aber es gibt auch noch Brot.

Wir machen uns auf den Weg nach Gondar; den ersten beschwerlichen 160km von noch etlichen kommenden. Wir befinden uns nun im Hochland und sind meistens auf 2.000 – 2.500m über dem Meeresspiegel.

In Gondar besichtigen wir die guterhaltenen königlichen Burgruinen inmitten einer schönen Parkanlage und sind begeistert - so etwas haben wir in Afrika noch nicht gesehen. Wir sind der Meinung, daß dies zu Recht das „Camelot Afrikas“ genannt wird. Tags drauf sehen wir uns die Kirche Debre Berhan Selassie an und sind nicht minder begeistert.

Auf der nächsten schlechten Schotterpiste geht es weiter in nördlicher Richtung. In Debark, am Fuße der Simien Mountains, müssen wir nun einen Scout mitsamt seiner Kalaschnikow in Mucki reinquetschen und fahren in den Simien Mountain Nationalpark. Unterwegs begegnen uns mehrere Herden Dscheladas (Blutbrustpaviane). Wir sind ganz fasziniert von den friedlichen Tieren und setzen uns mittenrein zum beobachten. Irgendwann geht es weiter, doch Mucki mag bei einer Höhe von 3.800m nicht mehr so richtig ziehen und an einer Felge rinnt Öl aus. Wir kehren um und schlagen unser Camp bei Sankaber, in einer luftigen Höhe von 3.400m auf und haben auch prompt nachts Frost. Bibber!

Die angedachte Route hätte über die Simien Mountains und Axum im Norden dann durch die Danakil Depression im Osten führen sollen, doch jetzt muß Mucki in eine Werkstatt und zwar am besten in Gondar. Somit kehren wir um und rütteln die Schotterpiste zurück. Irgendwann im Laufe der Reise erfahren wir, daß die Entscheidung eine gute war, da die Strecke im Norden noch schlechter sein soll. Zurück in Gondar ist dann der Schaden an Mucki schnell und problemlos behoben und tags darauf führt der Weg nach Lalibela. Ihr könnt euch bestimmt schon denken, daß dies die positive Ausführung ist. Die ersten 100km sind tatsächlich ein Weg und zwar eine geteerte Straße, dann aber kommt es dicke - wir werden die nächsten 150km, in einer durchgehenden chinesischen Baustelle (!), durchgerüttelt und –geschüttelt; Stoßdämpfer und Bandscheiben sind nur so am ächzen.

Doch Lalibela ist schon etwas Besonderes. Zwischen 1137 und 1270 wurden hier auf engstem Raum elf Kirchen, verbunden mit düsteren Durchgängen, teilweise unterirdisch, sowie Krypten und Grotten vollständig aus dem Vulkangestein herausgemeißelt. Eine außergewöhnliche Stätte und wir verbringen einen ganzen Tag mit der Besichtigung. Tags darauf besuchen wir noch die 40km entfernte „St. Yimrhane Kirstos Church“, die in eine Höhle hineingebaut wurde. Doch dann aber genug Kirchen und wir machen uns auf den Rückweg bzw. Rück-Höllenritt, nach Bahir Dar am Tana See. Dort unternehmen wir noch eine Bootstour, die uns an unterschiedlichen Inseln mit Klöstern absetzt. Aber nach den bereits besuchten Kirchen, hätten wir uns diesen Trip schenken können. Hinterher ist man immer schlauer!

Als nächstes steuern wir Addis Ababa an und dort das „Wim’s Holland House“. Tja, und dann ist auch schon Weihnachten. Weihnachten fern der Heimat aber mit alten Bekannten von der Ägypten-Sudan-Fähre – Charlie und Florian. Nett war es.

Wir sind nun schon eine ganze Weile am überlegen, ob wir die 1.000km Hin-und Rückweg nach Harer im Osten fahren oder nicht. Die Altstadt ist eine UNESCO Weltkulturerbestätte und na ja, da wir nur einmal hier sein werden, fahren wir dort auch hin. Ich mache es kurz: Harer ist an diesem Wochenende total überfüllt, da im nahegelegenen Kulubi eine Wallfahrt ist; ist aber nicht so tragisch, wir finden noch ein Zimmer. Die „tolle“ Altstadt ist eine einzige Müllhalde und Kloake und erschließt sich uns so gar nicht. Und die angebliche traditionelle Hyänenfütterung am Abend, ist eine einzige Touristen-Show, für die saftig abkassiert wird (wir weigern uns zu zahlen). Ein Flop.

Und dann geht’s auch schon zur nächsten Touristen-Abzocke, dem „Omo Valley“, gemäß der Devise „wenn wir schon mal hier sind…“ Die absolut schlechten Pisten führen uns über Konso und Woyito nach Kayafor. Dort erwischen wir den Markttag und sehen eine Menge Leute vom „Bana-Stamm“. Und dann ist da auch noch Silvester. Wir bekommen einen trinkbaren Rotwein und halten doch tatsächlich bis Mitternacht durch. Prosit Neujahr!

Am nächsten Tag geht es weiter über Jinka zum „Mursi-Stamm“ und dort werden wir so richtig abgezockt. Im Omo Valley verlangt jeder der auf einem Photo erscheint mindestens 2 Birr = 0,20 USD. Um in ein Mursi-Attrappen-Dorf hinein zu dürfen, dürfen wir 200 Birr, also 20 USD, hinblättern, plus natürlich die Photos die gemacht werden. Autsch! Aber immerhin können wir jetzt mitreden. Dann geht unser Höllenritt weiter nach Turmi und wir haben schon gar keine Lust mehr. Wir sehen noch Leute vom Karo- und Hammer-Stamm, aber es ist alles sehr gestellt und Photos kosten nach wie vor. Wir fahren letztendlich wieder zurück nach Yabello und bereiten unsere Abreise nach Kenia vor. Wir wollen nur noch weiter und kein YOU!YOU!YOU! mehr.

Aber denkt bitte dran, ich gebe hier nur meine Eindrücke wider. Wir haben natürlich auch jede Menge nette Leute kennen gelernt und tolle Dinge gesehen.

 

13.04.2009

Kenia Teil 1 und Uganda

Wir reisen in Kenia am späten Nachmittag ein und bleiben gleich für die Nacht in der Grenzstadt Moyale. Wir wissen, die kommenden 500km werden noch einmal eine sehr anstrengende Fahrt und genießen mit unserer letzten Reisebekanntschaft, Michael und Stefan, den Abend in der „Prison Bar“. Von nun an Tusker Bier und Linksverkehr.

Wir starten am nächsten Morgen um 8 Uhr Richtung Masarbit. Den angebotenen Armeebegleitschutz lehnen wir ab, ebenso müssen wir nicht im Konvoi fahren. Mit Thimos Ratschlag „…immer schön im 2. Gang fahren…“ im Sinn, geht es los. Die ersten Kilometer gehen noch recht gut und wir denken schon beide, na ja, so schlimm ist das doch gar nicht… Wir brauchen für die 250km nach Masarbit 7 Stunden. Zum Glück gibt es dort Henrys erholsamen Campingplatz und wir hängen gleich noch einen Tag zur Erholung hintenan. Die nächsten 260km bis Isiolo und damit zur heißersehnten Teerstraße, sind keinen Deut besser. Wir brauchen sogar 8 Stunden - unterwegs verabschiedet sich lautstark und qualmend der vordere linke Stoßdämpfer. So ein Mist!

In Isiolo schlagen wir unser Zelt in der Gaddisa Lodge bei Rita und Peter auf, mit denen wir uns auf Anhieb prima verstehen. Die beiden schwärmen so sehr vom dortigen Buffalo Springs- und Samburu National Reserve, daß auch wir uns das ansehen müssen. Und wir werden nicht enttäuscht. Wir sehen jede Menge Wildtiere – verschiedene Antilopen inkl. der nur dort ansässigen Gerenuk-Antilope, Zebras, Giraffen, sehr viele Elefanten und sogar ein wenige Stunden junges Neugeborenes, Löwen und Geparden ganz nah. Eine tolle Sache. Aber wir müssen uns nun wirklich überlegen was wir uns anschauen wollen, da Kenia und auch Tansania, die Eintrittspreise in alle Parks und Reserves stark erhöht haben.

Dann sind wir aber wieder zurück bei Rita und Peter und dieses Mal sind ratz-fatz neue Stoßdämpfer bestellt, die direkt angeliefert werden. Die nächsten Tage verbringen wir mit Aufräumen und sauber machen. Auch wird das Ausmaß der schlechten Straßen in Äthiopien und das erste Stück Kenia klar – die vier BFGoodrich Reifen sind mit 19.000 gefahrenen Kilometern komplett hinüber (es hat richtige Stücke herausgefetzt), die Stoßdämpfer vorne müssen nach 20.000 km ausgetauscht werden, die Auspuffaufhängung hat es gerissen und wer weiß was sonst noch. Aber da hilft alles Jammern nichts. Die neuen Stoßdämpfer treffen ein und Helmut macht sich sofort ans Werk, denn nun wollen wir auch mal wieder weiter.

Es geht östlich am Mount Kenya vorbei bis Thika. Dort fahren wir von der Hauptstraße ab und quer durchs Gelände zum Lake Naivasha. Zumindest zeigt unsere Reise-Know-how-Karte jede Menge Straßen dorthin an. Nun die Straßen gibt es nicht mehr oder gab es vielleicht auch nie. Kurz vor der Dunkelheit befinden wir uns noch immer irgendwo zwischen Tee- und Ananasplantagen und kein Campingplatz oder Gästehaus in Sicht. Wir wollen in einem Schulhof campen, doch ein freundlicher Nachbar lädt uns zu sich ein. Wir bekommen einen kleinen Hof für Mucki und unser Zelt, plus ein kleines Zimmer mit Strom und Wasserkocher zur Verfügung gestellt. Besser hätten wir es nicht treffen können, denn es hat zu Regnen begonnen.

Tags drauf schaffen wir es dann auch zum Lake Naivasha und dort in das Fisherman’s Camp. Um dorthin zu gelangen, fahren wir zuerst einmal 20km am See entlang, bzw. an einer 20km langen Gewächshaus-Kette entlang. Alle mit holländisch klingenden Namen. Einfach unvorstellbar! Wie viele Schnittblumen braucht die Welt noch?? Ach und übrigens, im Norden Kenias verhungern Menschen bedingt durch Dürre - um internationale Hilfe wurde schon ersucht. Ich bitte euch hiermit NICHT um eine weitere Spende für Afrika, sondern kauft weniger Schnittblumen. Vielleicht werden dann irgendwann einmal die Gewächshäuser und der Wasservorrat sinnvoll eingesetzt.

Vom Fisherman’s Camp aus, geht es weiter zum Lake Nakuru National Park, der mit seinen zig-tausend rosafarbenen Flamingos bekannt ist. Für uns ist es ein National Park den wir uns nicht leisten. Eintritt für 2 Personen 120 USD plus weitere 50 USD Campgebühren und für Mucki 5 USD – ja, die spinnen ja! Aber somit gelangen wir zu dem abseits gelegenen Kembu Camp, was sich als glückliche Fügung weist. Zum einen ist der Platz eine Augenweide und Oase der Ruhe und zum anderen erhalten wir von Andrew und Zoe, den Eigentümern, den Tipp zum Lake Bogoria zu fahren, plus die dazugehörige selbstgezeichnete Straßenkarte.

Lake Bogoria National Reserve ist einfach toll. Zig-tausend rosafarbene Flamingos und der „Fig Tree“-Campingplatz, direkt am Seeufer, gehören uns ganz alleine. Keine Touristen weit und breit – ach wie herrlich. Und das alles zusammen für 45 USD. Wir verlassen diese Idylle nicht ohne noch an den heißen Quellen zum Mittagessen anzuhalten – es gibt Kartoffelsalat mit Würstchen – hmm, lecker.

Und dann geht es weiter zum Lake Baringo und dort dem sehr schönen, direkt am Seeufer gelegenen, Robert’s Camp. Um Vögel zu beobachten muß man sich hier einfach nur hinsetzen, am besten mit einem kühlen Drink in der Hand. Ansonsten nah am Ufer bitte vor den Krokodilen in Acht nehmen und im Dunkeln stapfen dann die Hippos kauend um Mucki herum.

Nun soll es aber weiter nach Uganda gehen. Allerdings kommen wir nicht weit. Es kracht, es rumpelt und so ein Mist, einen der neuen Stoßdämpfer hat es total zerlegt, sprich ist in zwei Teile gebrochen und die Halterung zu Mucki hat es abgerissen. Wir fahren zurück nach Nakuru in eine Werkstatt und dort wird uns empfohlen direkt nach Nairobi zum Monroe-Händler zu fahren. Hatten wir so zwar nicht geplant aber es scheint das sinnvollste zu sein. Also auf nach Nairobi. Wir schaffen es am gleichen Tag noch zum Monroe-Händler und wie nicht anders zu erwarten, wird uns keine Garantie gewährt. Nein, wir bekommen nur einen Preisnachlaß auf einen neuen Stoßdämpfer. Also mit Monroe haben wir kein Glück, haben aber auch keine andere Wahl. Wir fahren zu „Jungle Junction“ dem Overlander-Treffpunkt in Nairobi. Dort kann Helmut mit Hilfe von Chris, dem Eigentümer und Quell an Informationen, die Halterung an die Karosserie schweißen und den neuen Stoßdämpfer einbauen.

Wir starten erneut Richtung Uganda und schaffen es dieses Mal ohne Zwischenfälle. Das erste Ziel sind die Bujagali Falls bei Jinja. Wir bleiben im schönen und ruhigen Eden Rock Camp und feiern zuerst einmal unseren Jahrestag. Kaum zu Glauben aber wir sind nun schon seit einem Jahr unterwegs! Eigentlich wollten wir im Nil raften aber die Motivation fehlt und ich habe sowieso Schiß davor. Also verschieben wir es erst einmal für auf dem Rückweg, denn wir kommen wieder vorbei.

Nun geht es nach Kampala. Bevor wir unsere Route in Uganda planen, wollen wir versuchen Genehmigungen zur Gorilla Beobachtung zu erhalten. Überall lesen wir und bekommen erzählt, daß dies sehr schwierig sei, da die Genehmigungen limitiert und schon weit im Voraus vergeben sind. Wir versuchen es trotzdem und tippeln persönlich zur „Uganda Wildlife Authority“. Dort werden wir überrascht mit der Frage für welchen Tag wir denn die Genehmigung haben möchten. Äähhh?!? Na, morgen oder übermorgen wäre vielleicht etwas zu kurzfristig, bedenkt man die Anfahrt aber wie wir wollen… Wir entscheiden uns für Sonntag den 1. Februar, das ist dann in drei Tagen und klingt gut.

Wir machen uns voller Vorfreunde und schon etwas aufgeregt auf den Weg Richtung Bwindi Impenetrable National Park, im Südwesten Ugandas. Wir nehmen die uns empfohlene Route via Fort Portal und durch den Queen Elizabeth National Park. Helmut fährt zügig, da wir schlechte Straßen erwarten und wir unsere „Verabredung“ nicht versäumen wollen. Überraschenderweise schaffen wir die Strecke in einem Tag und kommen gegen Abend in Buhoma und dort im „Buhoma Community Rest Camp“ an. So nun sind wir im Regenwald und er macht seinem Namen auch alle Ehre. Es regnet mehrere Stunden täglich und dann ist es richtig ungemütlich und kalt.

Der Sonntag jedoch beginnt mit strahlendem Sonnenschein und um 7:30 Uhr sind wir startklar und tippeln zur Registrierung. In Buhoma gibt es drei Gorillafamilien die besucht werden können und wir sind mit drei weiteren Leuten für die „Rushegura Group“, die R-Gruppe eingeteilt. Zu jeder Gorillafamilie darf täglich eine Gruppe von maximal 6 Personen für eine Stunde. Während der Einführung werden uns noch einmal eindringlich die Verhaltensregeln eingebleut und dann geht es los. Drei Spurensucher sind schon eineinhalb Stunden vor uns zum gestrigen Treffpunkt mit der R-Gruppe marschiert und versuchen nun anhand der Spuren den jetzigen Aufenthaltsort der Gruppe auszumachen. Wir marschieren einen bequemen Weg mit leichter Steigung für knappe zwei Stunden und dann geht es mittenrein in den Regenwald. Unsere Spurensucher haben die Gruppe gefunden uns lotsen uns nun hin. Zwanzig Minuten über Stock und Stein und dann sind wir da. Rucksäcke bleiben zurück - nur mit unseren Kameras bewaffnet machen wir uns auf die letzten Meter und da sind sie auch schon. Wow, ist das ein Gefühl, diese Lebewesen so nah, in ihrem eigenen Umfeld zu sehen. Wir sind überwältigt. Und von nun an tickt die Zeit – genau eine Stunde, vorausgesetzt die Gorillas ertragen uns so lange. Diese R-Gruppe hat 18 Mitglieder und wir sehen alle davon, auch den beeindruckenden Silberrücken, das Oberhaupt der Familie. Es geht alles ganz ruhig und entspannt zu, niemand stört sich an uns. Die „Kleinen“ versuchen mit Purzelbäumen unsere Aufmerksamkeit zu erhaschen; es wird gefressen, Körperpflege betrieben oder geschlafen. Wir fühlen uns nicht als Eindringlinge, sondern sind willkommen. Und wie immer im Leben, dann wenn es am schönsten ist, verfliegt die Zeit gerade so und schon bekommen wir das Signal zum Aufbruch. Noch ein Photo und noch Eins, und ja, ja, wir kommen ja… Schweren Herzens reißen wir uns los und treten noch ganz in diesen Eindrücken gefangen, den Rückweg an. Welch Erlebnis! 500 USD pro Person sind ein Haufen Geld. Wir hatten hin und her überlegt ob wir das ausgeben oder nicht und uns dann für die Gorillas entschieden. Dafür wurde dann einiges andere auf der „unbedingt-zu-sehen-Liste“ gestrichen. Und es war eine gute Entscheidung. Der ganze Tag war perfekt; der schöne Marsch, die wunderschöne Landschaft, der strahlende Sonnenschein und dann die Gorillas so nah zu erleben. Wir werden noch lange davon schwärmen!

Unsere Reise geht weiter nach Kabale, zum Lake Bunyonyi, ein wunderschönes Plätzchen. Doch der Regen wird immer heftiger – und es wird sehr ungemütlich und kalt. Also schlagen wir auch hier unser Zelt ab und fahren weiter über Lake Mburo und Masaka zum Viktoriasee. Wir nehmen die Fähre und setzten auf die Sese Islands nach Kalangala über. Aber der Regen hat uns voll im Griff und unsere Stimmung wird immer trüber. Wir wollen nur noch ins Warme. Uganda gefällt uns sehr gut und eigentlich möchten wir noch mehr sehen aber wir sind einfach zur falschen Zeit hier. Wir entscheiden uns zügig nach Kenia zurückzufahren.

Am Lake Nagubago, welch Freude, treffen wir dann mal wieder auf unsere mittlerweile alte Reisebekanntschaft Charlie. Klar, bleibt an diesem Abend keine Kehle trocken.

Über Kampala geht es zurück nach Jinja und auch dieses Mal gehen wir nicht raften. Unsere Batterien sind total leer – wir brauchen dringend Wärme.

Wir verlassen Uganda nach nur knapp drei Wochen wieder. Richtig schade – es ist ein tolles Land mit tollen Menschen!

 

10.06.2009

Kenia Teil 2 und Tansania

Wie schon erwähnt, wurden die Eintrittspreise für National Parks und Reserves in Kenia wie auch in Tansania erheblich erhöht. Wir haben uns gegen den Serengeti National Park und den Ngorongoro Krater in Tansania, aber für den Masai Mara National Reserve, den kenianischen Teil der angrenzenden Serengeti, entschieden.

Wieder in Kenia, fahren wir via Kisumu und Sotik in den Masai Mara National Reserve. Wir durchstreifen den Park insgesamt eineinhalb Tage und irgendwann stoppt Helmut und meint „da drüben sind Löwen!“ Ich: „wo?“ Helmut: „na da drüben, 50m voraus, vor dem Gebüsch“. Ich: „Quatsch, das sind doch keine Löwen – das sind Sandhügel“ Auweia! Nach weiterem Wortgeplänkel, erbarmt sich einer der „Sandhügel“ und reckt sich, sodaß ich die Verwandlung vom Sandhügel in einen Löwen miterleben kann. Autsch! Und dann, nach einer Weile zeigen sich auch mir drei stattliche Löwen-Männchen. Okay, gut gesehen, Helmut. Auf unseren Touren durch Masai Mara begegnen uns viele Tiere - noch einige Male Löwen und auch Geparden und natürlich jede Menge verschiedene Antilopen, Elefanten, Zebras, Giraffen, Büffel usw.

Erwähnenswert finde ich noch ein Masai-Dorf das an den Park grenzt. Eine Art Umsiedlungsprojekt. Hier zeigt sich uns ein Bild der Hoffnungslosigkeit. Eine Wellblechhütte an der nächsten und jede zweite ist eine Bar. Viele der Masai, die modern neonbunt und schillernd herausgeputzt sind, bieten ihren Dienst als Fotomodell an, gegen Bezahlung natürlich, oder als Führer durch ein traditionelles, für Touristen errichtetes, Masai-Dorf. Das Vieh darf weiterhin im Park grasen, muß allerdings für die Nacht zurück zum Parkeingang und dort in Verschläge. Das scheint alles weniger gut gelungen und erinnert an Indianer im Reservat.

So, dann geht es nach Nairobi und dort, ganz klar, wieder zu Chris’ „Jungle Junction“. Dort sind wir ein paar Tage beschäftigt mit Einkaufen, Gasflasche auffüllen, Post abholen und Waschmaschine nutzen. Und dann machen wir uns endlich auf den Weg zur Küste ins Warme. Wir sind mittlerweile zu richtigen Weicheiern verkommen.

Wir fahren Richtung Mombasa; zum dort südlich gelegen Tiwi Beach, in die Twiga Lodge. Heißa – endlich Wohlfühltemperaturen! Strand und Meer sind super, fangfrischer Fisch, Obst und Gemüse werden täglich vor Ort angeboten, was bedeutet – hier werden wir eine Weile bleiben. Also nix wie raus aus den dicken Klamotten, Camp aufbauen, kühlen Drink in die Hand und Fußzehen in den weißen Sand graben. Herrlich! Das brauchen wir jetzt dringend. Twiga Lodge ist genau das richtige für uns und es werden fast 2 Wochen erholsamer Urlaub daraus.

Ja und hier begegnen wir dann Sandra und Gerard, einem holländischen Ehepaar. Wir verstehen uns auf Anhieb prima und planen doch gleich einmal die gemeinsame Weiterfahrt durch Angola bis Nigeria. Hoffentlich wird etwas daraus, denn die beiden sind eine tolle Gesellschaft.

So und am Ende, bevor es weitergeht, machen wir noch eine unschöne Erfahrung mit einem Landsmann von Helmut, die uns teuer zu stehen kommt. Die Geschichte möchte ich an dieser Stelle nicht erzählen. Nur soviel – an Mucki wird unsachgemäß herumgeschraubt und wir müssen letztendlich nach Mombasa in eine Mercedes-Werkstatt um den Schaden beheben zu lassen. Nun, man lernt nie aus. Aber unabhängig von dieser Episode, verabschieden wir uns von Kenia und brechen auf nach Tansania.

In Tansania halten wir uns an der Küste und fahren über Tanga bis kurz vor Pangani ins schöne Peponi Camp. Das Camp wird von einer erfahrenen Familie geleitet und es bleibt kein Wunsch offen. Nach fünf Tagen rumbummeln entscheiden wir uns, Mucki hier im Camp zurückzulassen und mit einer motorisierten Dau (einem Holzschiff, nach alter arabischer Bauart) vom Nachbarort Pangani aus, hinüber nach Sansibar zu schippern.

In Sansibar landen wir im Norden am Kendwa Beach an. Einmal um die eigene Achse gedreht und wo auch immer wir hinsehen, es scheint aus einem Reisemagazin entsprungen. Klares türkisfarbenes Meer mit blendend weißem Sandstrand. Wow! Tja und die Preise sind natürlich auch wow. Nur ist das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht wow.

Am nächsten Morgen geht es mit dem Sammeltaxi nach Sansibar-Stadt und dort dann in die Altstadt „Stone Town“, die ein UNESCO Weltkulturerbe ist. Die nächsten Tage erkunden wir das Labyrinth von engen Gäßchen mit seinen aus Korallengestein erbauten Häusern, das alte Fort und das Zollhaus, und natürlich ganz wichtig, den Abendmarkt „Forodhani Garden“, der leider gerade neu gestaltet wird und deshalb verlegt wurde. Hier sind unsere Erwartungen zu hoch und wir werden vom angebotenen Essen enttäuscht. Schade.

Und an einer „Gewürztour“ nehmen wir auch noch teil und sehen wie Gewürznelken, Vanille, Kardamom und Muskat, um nur einige zu nennen, angebaut werden. Recht interessant.

Und schon geht es zurück nach Kendwa Beach. Hier bleiben wir noch ein paar Tage und genießen das Strandleben bevor wir wieder per Dau nach Pangani zurückschippern.

Ach übrigens, für die die es noch nicht wußten, Freddie Mercury wurde 1946 unter dem Namen Farrokh Bulsara auf Sansibar geboren.

So, wieder zurück auf dem Festland ist dann auch mal Schluß mit dem Schlumper-leben am Strand. Wir packen unsere sieben Sachen und auf geht’s. Wir fahren zuerst in die Usambara Berge (ja genau, da kommen die Usambaraveilchen her) und genießen die Natur. Dann geht es weiter nach Moshi, an den Fuß des Kilimandscharo, den wir nicht erklimmen und dann nach Arusha mit dem Mount Meru. Ist schon alles recht beeindruckend, hält uns aber nicht länger auf. Der nächste Abstecher führt uns an den Rand des Ngorongoro National Parks mit seinem berühmten Krater, den wir aber, dank der horrenden Eintrittspreise, auch nicht besuchen.

Die Straßenkonditionen habe ich bislang nicht kommentiert, da sie gut bis sehr gut waren. Das ändert sich auf der kommenden Strecke. Bis Dodoma ist es eine üble Piste und wir kommen nur langsam voran. Dort entscheiden wir uns dann für einen Umweg, der aber Asphalt bedeutet. Die Straße bringt uns nach Morogoro und somit haben wir eine große Runde im Norden Tansanias hingelegt.

Ab hier hat uns dann auch mal wieder der Regen fest in seinen Klauen. Das Zelt, Bettzeug usw. werden morgens feucht bis naß eingepackt in der Hoffnung daß es nachmittags trocknen kann. Nur klappt das natürlich nicht immer und dann ist es richtig ungemütlich klamm.

Die Fahrt geht weiter Richtung Iringa und führt uns direkt durch den Mikumi National Park. Rechts und links der Straße sehen wir etliche Elefanten, Giraffen und Büffel und das ohne Eintritt zahlen zu müssen. Vor Iringa campen wir im Riverside Camp und nach Iringa auf der Kisolanza Farm – beide Plätze müssen erwähnt werden, da sie wunderschön sind. Und dann geht es über Makambako nach Mbeya – unsere letzte Nacht in Tansania. Tags darauf fahren wir via Tukuyu nach Malawi.

Wir sind in Tansania durch wunderschöne Landschaften gefahren und so viele Sonnenblumenfelder wie hier sind mir bisher nirgendwo begegnet. Leider ist die Kommunikation mit den Leuten schwierig, da kaum Englisch gesprochen wird und wir kein Swahili beherrschen. Aber wir haben wieder viel gesehen und konnten jede Menge Eindrücke sammeln.

Und denkt daran, immer mal wieder bei unseren Confluencen vorbeizuschauen, denn die ein oder andere besuchen wir schon noch und Helmut aktualisiert die Daten immer schön fleißig.

 

15.08.2009

Malawi und Sambia

Der Regen ist deprimierend und vermiest uns so richtig die Laune. Aber es hilft alles nichts – es schüttet was das Zeug hält – mit oder ohne gute Laune.

Wir fahren geradewegs an den „Lake Malawi“ und enden nach einigen Umwegen im Mayoka Village in Nkahta Bay. Eine glückliche Fügung, denn das Plätzchen ist wunderschön. Wir erhalten ein festes Dach über dem Kopf direkt am Ufer des Sees zu einem Schnäppchenpreis. Ganz klare Sache – hier werden wir eine Weile bleiben. In einer sonnigen Stunde wird einmal das ganze Auto ausgeräumt, das Zelt aufgeklappt und das Bettzeug aufgehängt, daß uns ja nichts zu schimmeln anfängt. Und nun werden die kommenden Regentage auf unserer Terrasse mit Seeblick einfach nur ausgesessen. Doch bekanntlicher Weise hat alles einmal ein Ende (nur bislang der Regen noch nicht) und wir fahren weiter. Wir halten uns noch etwas am See bevor wir in die Hauptstadt nach Lilongwe fahren. Es klingt nicht nur als ob wir hetzen würden sondern es ist tatsächlich so. Wir wollen endlich mal wieder ins Warme und Trockene. Und somit kehren wir auch Malawi schon wieder den Rücken und reisen nach Sambia ein.

Dort ist unser erstes Ziel der Luangwa National Park. Wir sehen uns mehrere Campingplätze in der Umgebung an und entscheiden uns letztendlich für das „Flatdogs“. Bevor wir überhaupt unser Camp aufschlagen dürfen, müssen wir mit Unterschrift bestätigen, daß wir auf eigene Gefahr campen. Na, was erwartet uns denn hier? Und wir müssen nicht lange warten und es kommt zu einer Begegnung zwischen einem Elefanten und meiner frisch gewaschenen Wäsche auf der Leine. Zum Glück ist er höflich und macht nach erstem Stutzen einen Umweg darum. Auch werden wir angehalten nichts Eßbares im Auto oder Zelt aufzubewahren, es sei denn, wir wollen sehr engen Kontakt zu Elefanten. Und die nächsten Vierbeiner vor denen wir uns in Acht nehmen müssen sind natürlich Hippos. Jeden Abend kurz vor Sonnenuntergang geht das Hippo-Konzert los, gefolgt vom Einmarsch ins Camp. Also nicht mal fix zur Toilette sausen oder so – nein, immer zuerst schön umsehen, daß man bloß keinem Hippo in die Quere kommt. Und so schlummern wir jeden Abend mit dem lauten Gras-abrupf-kau-Geräusch der Hippos ein. Und eines Morgens wird dann erzählt, daß in der Nacht ein Leopard durch das Camp kam (na zum Glück mußte ich nicht aufs Klo). Also auch hier verbringen wir ein paar geruhsame Tage bevor es dann in Richtung Livingstone weiter geht.

In Livingstone beziehen wir im „The Waterfront“, direkt am Sambesi Stellung. Und dann geht es zu den Viktoria-Wasserfällen. Wow, was für ein Erlebnis! Bedingt durch heftige Regenfälle in Angola, hat der Sambesi Hochwasser und unglaubliche Wassermassen donnern die Fälle hinunter. Im wahrsten Sinne des Wortes – atemberaubend. Besonders natürlich während meines Spaziergangs über die Fußgängerbrücke; eingemümmelt in einen ordentlichen Regenmantel. Ich bin sehr beeindruckt. Was dann am folgenden Tag mit einem Helikopterflug über die Fälle gesteigert wird. Aber die ganze Atmosphäre am Sambesi ist schon etwas Besonderes.

Nichtsdestotrotz geht es dann auch schon wieder weiter - wir wollen nach Botswana. Bedingt durch die hohen Wasserstände in den umliegenden Flüssen, geht die Fähre bei Kazungula nicht. Wir überqueren den Sambesi über die Brücke bei Sesheke und Katima Mulilo und müssen somit zuerst noch ein Stück durch den namibischen Caprivi-Streifen fahren.

 

August 2009

Namibia, Angola, DRC und Congo

Nach vierwöchigem hin und her mit der angolanischen Botschaft in Namibia, erhielten wir (wahrscheinlich Dank eines Referenzschreibens aus dem Namibischen Auswärtigen Amt – vielen Dank Alan!) dann doch noch unsere 30-Tage Visa für Angola.

In der Zwischenzeit sind wir auch schon durch Angola gefahren. Die Menschen sind sehr zurückhaltend und freundlich. Viel Müll, ganz besonders in Luanda – igitt! Die Straßen sind teilweise recht gut, doch noch immer schlechte Abschnitte dabei.

Durch DRC ging es problemlos auf Teerstraße hindurch. Ausreise per Fähre in Kinshasa unproblematisch, wenn auch sehr langwierig.

Congo Einreise in Brazzaville aufreibend. Angeblich ist eine Einreise ohne Visum nicht möglich. (Alle anderen erhielten ihre Visa bei Ankunft.) Langes hin und her – erhalten letztendlich 3-Tage-Transit-Visa. Reisen morgen Sonntag, 16.08.09 aus Brazzaville ab, Richtung Gabon.

 

September 2009

Gabon, Cameroon, Nigeria

Wie ihr unschwerlich erkennen könnt, ist mir meine Schreiblust abhanden gekommen. Zum Schluß nur soviel - wir sind am 09.09.09 wohlbehalten und erfüllt von phantastischen Eindrücken an unserem Start / Ziel Abuja angekommen.